Faschingsumzug in Friedberg: Wenig Alkohol, wenig Lautstärke, aber viel Spaß

Trotz Kälte und Nieselregen zog es auch heuer wieder zahlreiche Narren zum Friedberger Faschingsumzug. Passend zum Motto „Familienfasching“ hatte die Stadt in diesem Jahr schon im Vorfeld angekündigt, dass nicht nur schnapsfrei, sondern auch leiser gefeiert werden soll.
Einige Eltern hatten sich in den vergangenen Jahren über die Lautstärke der Musik beschwert, manche waren deshalb mit ihren Kindern sogar wieder gegangen. Man habe bislang auf den guten Willen gesetzt, erklärte Pressesprecher Frank Büschel. Da das aber nicht funktionierte, wurden heuer Konsequenzen angedroht: Wer sich nicht an die Begrenzung von 95 Dezibel hält, soll keinen Zuschuss mehr bekommen. Die Stadt verschenkt nämlich seit ein paar Jahren pro Wagen 400 Euro. Um zu kontrollieren, ob die neue Vorschrift eingehalten wird, hat die Stadt an zwei Stellen Messungen durchgeführt.
Verboten war, wie schon in den Vorjahren, auch harter Alkohol. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch: Tausende Faschingsbegeisterte verfolgten den Umzug, der sich unter dem Motto „Narren marsch“ durch die Innenstadt schlängelte. Rund 40 Wagen beteiligten sich an dem Spektakel. Ab 15.30 Uhr konnten sich die Besucher dann in der beheizten Tiefgarage aufwärmen. Die Party in der Garage wird seit 2016 ebenfalls von der Stadt veranstaltet. Der Jugendclub, in dessen Händen die Organisation zuvor gelegen hatte, habe das finanzielle Risiko nicht mehr in Kauf nehmen wollen, das sich aus dem Verkaufsverbot für Alkohol ergeben hätte, so Büschel. Denn auch auf der Party wird schnapsfrei gefeiert. Hintergrund für das Verbot ist ein „Zivilcourage-Präventionsprogramm“, das der Kultur- und Sportausschuss der Stadt verabschiedet hat. Im Zuge des Programms zeigen auch Plakate im Stadtgebiet, wie jeder einzelne handeln kann, um Jugendliche vor übermäßigem Alkoholkonsum zu schützen.
Doch ob laut oder leise, mit oder ohne Schnaps – der Faschingsumzug bleibt einer der Höhepunkte für Friedberger Faschingsfans.

Von Kristin Deibl
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