Feuer und Prügel an Silvester

Ein Holz-Carport brannte in der Silvesternacht aus ungeklärten Gründen nieder. Foto: Berufsfeuerwehr Augsburg

Mehr als 200 Notrufe gingen in der Silvesternacht bei der Einsatzzentrale der nordschwäbischen Polizei ein. Dennoch sprechen die Ordnungshüter von einem relativ ruhigen Jahreswechsel.

Vor Mitternacht jedenfalls war es erwartungsgemäß ruhig. Weniger als 40 Einsätze dokumentierte die Polizei. Dahingegen mussten die Einsatzkräfte nach 24 Uhr fast 150 Mal ausrücken. Kernzeit war 1 bis 3 Uhr. Vornehmlich hatten die Beamten Ruhestörungen und Streitigkeiten zu bewältigen. Zudem sind bislang knapp 30 Körperverletzungsdelikte angezeigt worden. Im Straßenverkehr kam es zu keinen nennenswerten Störungen. Verkehrsunfälle sind kaum zu verzeichnen.

Im Augsburger Stadtgebiet wurden kurz nach Mitternacht Passanten am Herkulesbrunnen in der Augsburger Innenstadt aus einer Personengruppe heraus mehrfach gezielt mit Raketen und Böllern beschossen. Nur aufgrund des reaktionsschnellen Ausweichens kam dabei niemand zu Schaden. Die Verursacher, zwei 20-jährige Augsburger, konnten ermittelt werden. Sie haben sich nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu verantworten.

Es muss nicht immer böse Absicht im Spiel sein: Am Pfärrle fiel gegen 0.30 Uhr eine Feuerwerksbatterie um. Die nun quer liegende Pyrotechnik feuerte mehrfach gegen ein geparktes Auto, das durch Anwohner gelöscht werden musste. Der dabei entstandene Schaden wird derzeit auf mehr als 3000 Euro beziffert.

Neben dem belebten Treiben in der Innenstadt fanden Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet, beispielsweise im Gögginger Kongress am Park sowie oder im Kesselhaus im Riedinger Park großen Zuspruch. Hier kam es vor allem in den frühen Morgenstunden auch vereinzelt zu weniger folgenschweren handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Im Rahmen experimenteller "Sprengungen" wurden über die Nacht mehrfach Briefkästen in Mitleidenschaft gezogen. Auch ein am Predigerberg stehendes Taxi wurde sachfremd genutzt. Ein 28-jähriger aus dem südlichen Landkreis sprang gegen 4 Uhr darauf herum. Ob dabei ein Schaden entstanden ist, bedarf noch der Klärung.

Ein 21-Jähriger aus Krumbach randalierte kurz vor 2 Uhr in einer Discothek am Friedberger Baggersee und löste letztlich einen Polizeieinsatz aus. Der mit über 1,5 Promille alkoholisierte Mann "durfte" das neue Jahr im Polizeiarrest beginnen.

Deutlich intensiver erlebte die Augsburger Feuerwehr den Jahreswechsel. Insgesamt wurden von der integrierten Leitstelle Augsburg 150 Rettungsdiensteinsätze und 23 Feuerwehreinsätze im Leitstellengebiet disponiert. Höhepunkt war zweifellos der Brand eines Holz-Carports mit mehreren Mülltonnen gegen 1.45 Uhr. Personen wurden dabei nicht verletzt. Die Schadenshöhe wie auch die Hintergründe des Brandes sind noch zu klären.

Nur fünf Minuten später folgte der nächste drängende Einsatz. Ein Kind hatte starke Verbrennungen an der Hand und musste dringend ins Krankenhaus gebracht werden. "Dieser Einsatz steht für viele Verbrennungen und Verletzungen durch Silvesterböller", resümmiert Feuerwehr-Sprecher Friedhelm Bechtel.
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