Filmfest ohne Förderung der Stadt

Die gute Nachricht zuerst: Die Filmtage 2015 finden statt. Allerdings hat sich der Verein Filmbüro überraschend von der Stadt als Partner und Geldgeber getrennt. Das gaben die Veranstalter gestern in einer Pressemitteilung bekannt.

Eigentlich hätten die Filmtage am 9. Oktober starten sollen, ja sogar müssen. Jedenfalls laut eines Vertrages, den Stadt und Filmbüro Mitte des Jahres geschlossen hatten. Grundlage war ein Veranstaltungskonzept, das der Stadtrat zur Bedingung für eine Unterstützung mit 90 000 Euro gemacht hatte.

Als am 9. Oktober kein Filmfestival in Sicht war, habe er einen Brief an den Veranstalter geschickt, berichtet ein verblüffter Kulturreferent Thomas Weitzel. Mit der Aufkündigung der Zusammenarbeit als Antwort hatte er nicht gerechnet.
Der Vorwurf: „Erfolgreiche Kultur- und Festivalarbeit bedarf der langfristigen Planung“, erklärt Vereinsvorstand Harald Munding. Verhandlungen über eine längerfristige Vereinbarung mit der Stadt seien aber bislang gescheitert. „Eine weitere Hängepartie wie in den letzten Jahren ist für das Filmbüro nicht mehr darstellbar“, begründet Munding den Bruch.

Diesen Vorwurf will sich Weitzel nicht gefallen lassen und erinnert daran, dass die Forderung des Stadtrats nach einem Konzept für die Filmtage aus dem November 2014 stammt. „Der Erfolg der Filmtage 2015 wäre der nötige Rückenwind gewesen, um im Kulturausschuss eine Vereinbarung für die nächsten Jahre zu schließen“, sagt Weitzel.

Doch davon will man im Filmbüro offenbar nichts mehr hören. „Die Betreiber des Augsburger Kinodreiecks werden mit sofortiger Wirkung die Durchführung der Filmtage 2015 und folgende Jahre in Eigenverantwortung und auf eigenes Risiko übernehmen“, heißt es in der Pressemitteilung. Bereits erhaltene Fördergelder für die Filmtage 2015 – immerhin 30 000 Euro – will das Filmbüro zurückerstatten. Insgesamt hätte es von der Stadt für 2015 90 000 Euro gegeben.

Die bereits veröffentlichten Termine für das 31. Augsburger Kinderfilmfest (Start: 11. November), die 25. Tage des unabhängigen Films (Start: 4. November) sowie das 20. Kurzfilmwochenende (18. bis 20. November) bleiben bestehen, versprechen die Veranstalter auf ihrer Internetseite. (mh)
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