Flüchtlingshilfe: Ein ganzes Haus an einem Tag

Mehrere Wohnhäuser im Landkreis Augsburg werden derzeit für Asylbewerber eingerichtet. Das Beispiel Dinkelscherben zeigt, dass es dabei für alle Beteiligten viel zu tun gibt.

Wird ein Haus für Asylbewerber komplett neu eingerichtet, gibt es viel zu tun. Tische, Stühle, Betten und Küchen; alles muss organisiert werden. Die Koordination liegt in der Hand der Mitarbeiterinnen des Amtes für Ausländerwesen und Integration, Fachbereich Asyl, Barbara Rösner und Susanne Schorer. Die beiden Frauen kümmern sich um alles, was die Asylbewerber im Haus benötigen.

In Dinkelscherben geht es an einem Donnerstagvormittag los. Ein großer Transporter mit Betten, Schränken und Elektronikgeräten soll kommen. Das Team vom Kreis-Bauhof ist auch da. Sechs Mann werden mit anpacken. Es gibt viel zu tun, denn ein komplettes Haus muss eingerichtet werden und die Zeit drängt, denn in einigen Tagen werden Asylbewerber erwartet.

Ein lautes „Piepen“ schallt durch das Wohnzimmer. Die Bauhof-Mitarbeiter haben die Rauchmelder installiert. „Für die Sicherheit der Menschen muss gesorgt sein“, sagt Rösner. „Darüber hinaus ist es uns wichtig, dass sich die Asylbewerber wohlfühlen. Wir wollen, dass die Menschen hier zufrieden sind.“

Der Transporter trifft ein. Sofort packen alle mit an. In wenigen Stunden müssen 20 Betten, 20 Schränke und zwei Küchen aufgebaut sein. „Das ist anfangs natürlich immer viel, aber wir sind ein gutes Team“, betont Schorer.

Die 20 Asylbewerber in Dinkelscherben werden sich ein 182 Quadratmeter großes Haus teilen. Es gibt zwei Küchen und drei Bäder für die Bewohner. „Wir haben festgestellt, dass sich die Asylbewerber sehr gerne selbst mit Essen versorgen. Das ist der Vorteil an diesen Häusern, die Menschen können ihr Leben größtenteils selber gestalten“, berichtet Rösner.

Asylsuchende werden zuerst an die nächstliegende, vom jeweiligen Bundesland betriebene Erstaufnahmeeinrichtung verwiesen. Diese Erstaufnahmeeinrichtungen sind in Bayern in München und Zirndorf ansässig. Dabei werden die gesetzlich festgelegten Aufnahmequoten der Bundesländer berücksichtigt. Personen, die nicht oder nicht mehr verpflichtet sind, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen, werden auf die Regierungsbezirke und danach auf die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt. Als bevölkerungsmäßig drittgrößter Landkreis in Bayern muss der Landkreis Augsburg nach derzeitigem Stand in diesem Jahr noch weitere 328 Personen unterbringen. Derzeit leben im Landkreis Augsburg 443 Asylbewerber. Der Wohnraum ist knapp und so ist der Landkreis Augsburg immer auf der Suche nach neuen geeig-neten Objekten.

Die Menschen kommen aus Kriegsgebieten oder werden politisch verfolgt. „Wir erleben sehr viel Dankbarkeit von den Menschen, die wir hier im Landkreis betreuen“, sagt Schorer. „Die Asylbewerber pflegen ihre Unterkünfte meist sehr gut. Sie wollen mithelfen und ihr neues Zuhause gestalten.“

In Dinkelscherben ist es inzwischen Abend geworden. Rösner und Schorer sind immer noch am Einräumen. „Jedes Messer und jeder Löffel ist einzeln verpackt, das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch“, erzählen die beiden. Die zweite Küche wird heute nicht mehr fertig werden. Rösner und Schorer sind trotzdem zufrieden, denn die Betten und Schränke stehen. Am nächsten Tag ist das Haus nach einigen Stunden komplett eingeräumt. Wenn die Flüchtlinge kommen, steht für jeden ein Bett, ein Schrank und alles andere Notwendige, zur Verfügung. Für Barbara Rösner und Susanne Schorer geht die Arbeit weiter. Sechs weitere Häuser im Landkreis Augsburg müssen eingerichtet werden. In Dinkelscherben sind nun bereits die ersten Flüchtlinge eingezogen.
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