Fluglärm: Die Anwohner sind genervt

Bei der Bürgerversammlung in Westheim kochte das Thema Belästigung durch Fluglärm erneut hoch.

Die Uhrzeiten, zu denen der Rettungshelikopter fliegt, sind vorgegeben, die Einflugschneisen, über die der Heli auf die Landeplattform auf dem Klinikumsdach gelangen soll, sind definiert. Die Stadt Neusäß hat sich von Anbeginn im Rahmen einer Beteiligung auch darum bemüht, dass der Rettungshubschrauber nicht auf dem niedrigeren Dach des Wirtschaftsgebäudes, sondern an einem an das Klinikum angeflanschten, höheren Gebäudeteil landet, um größtmöglichen Lärmschutz für die Bürger, die rund um das Klinikum wohnen, zu erzielen.

Auch der damalige stellvertretende Landrat und Vorsitzende des Roten Kreuzes im Landkreis, Max Strehle, der um die Stationierung eines Rettungshubschraubers am Klinikum gekämpft hat, sicherte einen optimalen Lärmschutz zu. Die Bewohner der benachbarten Wohnviertel zeigten sich damals zufrieden mit der Lösung. Und dennoch gibt es inzwischen wieder massive Klagen, insbesondere der Bewohner des Kobelgebietes sowie aus dem Beethoven-Viertel. Die Besorgnis ist groß, dass der Helikopter nicht hoch genug landet und der Einflug zum Landeplatz deutlich niedriger erfolgt, als versprochen. Weiter soll insbesondere im Beethoven-Viertel der Rückschall zwischen die Häuserfassaden fallen und nicht darüber hinweg gehen, wie ursprünglich geplant, klagen die Anwohner.

Auch eine erhöhte Häufigkeit der Flüge ist den Bewohnern des Stadtteils Westheim und im Beethovenviertel aufgefallen. "Besonders wenn jetzt die Tage länger sind, werden wohl mehr Einsätze geflogen und sich damit auch die Flugzeiten und die Häufigkeit der Flüge erhöhen", nimmt der erste Bürgermeister der Stadt Neusäß, Richard Greiner, an.

Klar ist für ihn, dass der Rettungshelikopter für die ganze Region und die Stadt Augsburg Versorgungssicherheit von Verunglückten bietet und eine sehr wichtige Einrichtung ist. Er ist froh, dass der Standort des Helis sicherstellt, dass in kürzester Zeit Unfallopfern geholfen werden kann.

Die eigentliche Anforderung für den Helikopter ist es übrigens, weniger Verletzte zu bergen, als den Notarzt schnellstens zur Unfallstelle zu bringen, um rasch helfend eingreifen zu können. Dabei ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass auch Unfallopfer im Helikopter in kürzester Zeit zur Behandlung im Klinikum angeliefert werden. "Darüber, dass wir als Region von dieser Einrichtung profitieren, besteht auch in der Bevölkerung Einigkeit", erklärt der Neusässer Bürgermeister. Er stellt bei Bürgerbegegnungen immer wieder fest, dass die Stationierung des Rettungshubschraubers an sich begrüßt wird.

Notwendig und von den Anwohnern gefordert, sei allerdings ein optimierter Betrieb. So wurden kritische Beobachtungen bezüglich der Flughäufigkeit und der Art und Weise wie die Landeplattform angeflogen wird, formuliert. "Dem muss nachgegangen werden. Die Bürger wollen wissen, wie oft und wann der Rettungshelikopter fliegt", so Greiner. Gerne hätte er hier die Häufigkeit der Flüge seitens der Klinikumsleitung bestätigt. Hinsichtlich der Beobachtungen der Bürger, dass die Einflugschneisen nicht eingehalten würden, stellte sich die Frage, warum es diese gibt, wenn sie nicht benutzt werden.

Hier erhielt der Bürgermeister die Auskunft, dass im Notfall oder bei besonderen Windverhältnissen es das thermische Verhalten oftmals erforderlich mache auch vorwärts abzufliegen. Des Weiteren ist fraglich, ob es notwendig ist, teilweise minutenlang bis hin zu einer Viertelstunde, die Rotorblätter ständig laufen zu lassen. Offene Fenster und der Aufenthalt im Garten in dieser Zeit seien unmöglich, so die Anwohner. Die Antwort hier lautete, dass dies bei modernen Helikoptern erforderlich sei.

Ob wirklich nur in dringenden Fällen geflogen wird und ob die Piloten im Rahmen ihrer Flugtätigkeit die gebotene Rücksicht auf die Belange der Wohnbevölkerung nehmen, sind weitere dringende Fragen auf der Liste der Stadt Neusäß. "Es muss darauf hingewirkt werden, dass die Piloten so fliegen, dass sie ihren Einsatzzweck bei größtmöglicher Rücksicht auf die Bevölkerung erreichen", so Greiner.

Er möchte weiter geklärt wissen, ob es eventuell Möglichkeiten von zusätzlichen baulichen Ertüchtigungen mit schallabsorbierenden Maßnahmen gibt, die den Rückschall dämpfen und die Emissionen reduzieren können.

Bürgermeister Greiner erhofft sich von einer Informationsveranstaltung, zu der die Klinikumsleitung im Juli eingeladen hat und bei welcher dem geladenen Personenkreis Rede und Antwort gestanden werden soll, nähere Informationen über Möglichkeiten zur Abhilfe der Beschwerden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.