FOS, BOS und Reischlesche Wirtschaftsschule: Die größte Schule Augsburgs wird zur Langzeitbaustelle

Das Schulzentrum am Alten Postweg wird generalsaniert.

Seit zwei Jahren wird das Schulgebäude am Alten Postweg bereits saniert, um den neuesten Brandschutzauflagen gerecht zu werden. Das betrifft die Fach- und die Berufsoberschule (FOS/BOS) sowie die Reischlesche Wirtschaftsschule. Im Laufe der Baumaßnahmen traten jedoch weitere Mängel zum Vorschein, die eine umfassendere Sanierung erforderlich machen.

Durch das Dach dringt Wasser und verursacht Wasserschäden in Klassenzimmern. Der Beton des 40 Jahre alten Baus bröckelt, die Fassade muss zum Teil erneuert werden.

Bauliche Probleme zeigen sich bei Arbeiten zum Brandschutz

Diese Schäden seien aber noch nicht absehbar gewesen, als die Stadt sich vor einigen Jahren für ein 14 Millionen Euro teures Konzept für die Brandschutzsanierung entschieden hat. Und auch während der Brandschutzmaßnahmen traten unerwartete Hindernisse auf.
Die Sanierung der Aula ist inzwischen abgeschlossen, das Hauptproblem sind die Flure der Schule. Im oberen Bereich im Anschluss an die Decke sind die Wände nicht feuerfest. Platten sollten diese ungeschützten Stellen überdecken und verhindern, dass im Brandfall Rauch in den Flur dringt. Auch das Amt für Brand- und Katastrophenschutz hatte diesen Plan abgenickt.

Aber die Baupläne der Schule machten den Arbeiten einen Strich durch die Rechnung. In den Wänden befanden sich im kritischen Bereich mehr Leitungen als erwartet – diese hätten verlegt werden müssen. Die Idee, die feuerfesten Platten von der anderen Seite anzubringen, scheiterte wiederum an den Decken der Klassenzimmer. Diese sind mit Platten abgehängt, die bei Baumaßnahmen beschädigt werden und dann Schadstoffe in die Luft angeben könnten. Auch diese Platten sollen nun entfernt werden und gliedern sich in eine Reihe von anstehenden Arbeiten.

Fassaden, Beton und das Dach: eine Generalsanierung sei sinnvoll

Denn zu den umfassenden Brandschutzarbeiten kommen nun noch die Fassadenerneuerung und Arbeiten am Dach hinzu. Dass diese notwendig sind, wurde erst während der Brandschutzmaßnahmen deutlich. Besonders an der Fassade der Treppenhäuser macht sich der Verschleiß von 40 Jahren bemerkbar. "Hier gibt es schon zahlreiche Stellen von verrostetem Bewehrungsstahl mit Betonabplatzungen", erklärt Gerd Merkle, Stadtrat und Baureferent. Auch die Isolierverglasungen entsprechen hinsichtlich der Wärmedämmung nicht mehr dem Stand der Technik.

Eine Generalsanierung scheint dem Baureferat daher die sinnvollste Lösung. "Ein gewünschter Nebeneffekt der Fassadensanierung wird die Verbesserung der Wärmedämmung und damit einhergehend die Energieeinsparung sein", kündigt Merkle an.

Die Generalsanierung betrifft rund 2300 Schüler, die die BOS, FOS und Reischlesche Wirtschaftschule besuchen. Damit ist das Schulzentrum die größte Schule Augsburgs. Über mehrere Jahre hinweg soll das Gebäude generalsaniert werden, bis 2020 sollen wenigstens einige Trakte fertig sein. Die anderen müssen bis zur Fertigstellung mit Brandmeldern versehen werden. Während der Sanierungsmaßnahmen soll der Schulbetrieb aufrecht erhalten werden.

Stadt Augsburg bemüht sich um staatliche Fördergelder

Bislang liegt für die Arbeiten noch kein Konzept vor, auch ein genauer Zeitplan steht noch aus. Die Stadt arbeitet außerdem noch an einer Kostenschätzung. Bislang wird von 40 Millionen Euro zusätzlich zum Brandschutz ausgegangen. Die Stadt Augsburg hofft daher, dass der Freistaat die Sanierung mit einer Förderung unterstützt. Diese soll am liebsten außerhalb des aktuellen Bildungsförderprogramms stattfinden. Dieses läuft seit 2015 bis zum Jahr 2030 und soll Augsburgs Schulen nicht nur sanieren, sondern auch modernisieren. Im Haushalt sind dafür im Abstand von fünf Jahren je 100 Millionen Euro vorgesehen, wie die Stadt Augsburg auf ihrer Internetseite angibt.

Ein Neubau des Schulkomplexes sei auch schon mal Thema gewesen, allerdings fand die Idee keinen Anklang bei den Lehrern. Diese schätzen die Aufteilung und Größe der Räumlichkeiten – ein Neubau wäre kleiner gewesen und hätte mit 70 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Die Überlegungen wurden 2012 fallengelassen.
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