Freudentränen im Augsburger Tierheim: Ruffy kommt in sein neues Zuhause

Diana Golling musste sich heute von ihrem Schützling Ruffy verabschieden.
 

Der Hundewelpe Ruffy war Anfang Februar in einer Kiste zwischen Mülltonnen im Gersthofer Gewerbegebiet ausgesetzt worden. Das Tierheim Augsburg nahm sich des Yorkshire-Terriers an. Am heutigen Freitag wurde er seiner neuen Familie übergeben.

Ruffy war geschätzt acht Wochen alt, als man ihn fand. Seine Pflegerin Diana Golling erklärte, dass der Kleine lang im Tierheim bleiben musste, da Hunde die Tollwutimpfung erst in der zwölften Lebenswoche bekommen dürfen. Danach stehen sie noch 21 Tage unter Quarantäne. In dieser Zeit sind die Tiere komplett abgeschottet und nur ausgelernte Pfleger, die eine Tollwutimpfung haben, dürfen in Schutzkleidung zu ihnen. Die meisten Tiere werden in dieser Zeit sehr ängstlich und ziehen sich zurück - doch Ruffy gehört nicht dazu: er ist lebensfroher denn je!

Am Freitag war die Quarantänezeit für Ruffy vorbei. Am Morgen holte ihn seine neue Familie ab - und vergoss dabei sogar Tränen der Freude.

Ruffy heißt jetzt Strolchi

Warum die Familie Ruffy aufnehmen wollte, kann wohl jeder nachvollziehen: "Zunächst hat uns natürlich das schlimme Schicksal des kleinen Hundes getroffen. Außerdem hatten wir in unserem Leben schon immer Hunde, von klein bis groß. Wir möchten Ruffy einfach ein schönes und liebevolles Leben geben. Zu Hause wartet ein Häuschen mit seinem Namen in einem 1500 Quadratmeter großem Garten auf ihn. Ruffy, der jetzt zu "Strolchi" wird, schläft natürlich auch mit bei uns im Bett", erzählt die neue Hundebesitzerin.

Über 50 Interessenten meldeten sich für Ruffy beim Tierheim

"Nachdem die Menschen von Ruffys Geschichte erfahren hatten, haben sich über 50 Interessenten bei uns im Tierheim gemeldet. Einen genauen Grund für unsere Entscheidung kann ich nicht geben, da es hauptsächlich um das Bauchgefühl geht", erzählt Tierpflegerin Golling.

"Ich gebe kein Tier an eine Familie weiter, wenn mein Bauchgefühl nicht stimmt. Wir schauen uns natürlich immer die neue Umgebung und Besitzer an und als uns die neue Besitzerin von Ruffy die Tür geöffnet hat, wusste ich einfach: Da gehört Ruffy hin! Er wohnt jetzt bei einem Ehepaar, welches nicht mehr arbeitet und somit sehr viel Zeit für den kleinen, aufgeweckten Welpen hat."

Wie schwer der Tierpflegerin der Abschied von Ruffy fällt

"Für mich ist der Abschied wirklich sehr schwer, da man gerade durch die Quarantänezeit sehr viel Zeit mit dem Kleinen verbringt und ihn dadurch natürlich sehr stark ins Herz schließt. Aber ich freue mich wirklich sehr darüber, dass Ruffy ein schönes Leben, in einer tollen Familie bekommt", erläutert Golling.

Doch Ruffy wird nicht ganz verschwinden: Auf der Internetseite des Tierheims Augsburg wird es unter der Rubrik "Toll!" ein Ruffy-Tagebuch geben, in welchem all seine Erfahrungen und Lernfortschritte festgehalten werden.

Apell des Tierheims Augsburg

Das Tierheim weist darauf hin, dass der Kauf eines Tieres gut überlegt werden muss. Jeder sollte sich vor Augen halten, dass ein Tier gepflegt werden muss und viel Zeit und auch Geld in Anspruch nimmt. Solange man sich dessen nicht bewusst ist, sollte man sich kein Tier anschaffen, denn am Ende leidet nur das Tier.
Tiere sollten auch nicht irgendwo aus dem Kofferraum gekauft werden, sondern von Züchtern oder am besten aus dem Tierheim. Dort könne man sicherer sein, dass das Tier gesund ist.
(Fotos und Text: Celine Clauß)
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