Gaswerk: Weg mit den Altlasten

Bis in zehn Meter Tiefe wird der Boden auf einer Fläche von 2400 Quadratmetern im Gaswerk ausgetauscht. Foto: swa/Thomas Hosemann

Bei der Bodensanierung im Gaswerk Augsburg-Oberhausen geht es jetzt in die Tiefe. Mit der umfangreichen Altlastensanierung bereiten die Stadtwerke Augsburg das Industriedenkmal für eine zukunftsfähige Nutzung vor. Für rund drei Millionen Euro wird das Erdreich auf einer Fläche von rund 2400 Quadratmetern bis in zehn Meter Tiefe ausgetauscht.




Über 2,3 Millionen Euro haben die Stadtwerke Augsburg bisher für die Altlastensanierung im Gaswerk ausgegeben. Zusätzlich sind jedes Jahr rund eine halbe Million Euro in den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude geflossen. "Derzeit erfolgt mit drei Millionen Euro die umfangreichste und letzte große Einzelmaßnahme", erläutert Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus-Peter Dietmayer. "Wir wollen damit dieses Industriedenkmal von europäischem Rang für eine künftige Nutzung vorbereiten", so Dietmayer. So ist geplant, das Gaswerk als "Kreativwerk" zu einem Zentrum für die Kreativwirtschaft zu entwickeln, in dem unter anderem die Kunst- und Kulturschaffenden vom Kulturpark West einziehen könnten. Die Planungen dazu laufen derzeit unter Federführung der Stadt Augsburg, die Ergebnisse einer Zukunftswerkstatt sollen Ende April vorgestellt werden.

Bei der Gasherstellung sind bis 1968 eine Reihe von Nebenprodukten wie Benzol, Teer und Teeröl angefallen. Diese wurden in den sogenannten "westlichen Werkstätten" auf dem Gaswerks-Gelände aufbereitet, abgefüllt und verladen. In diesem Bereich wurden sowohl Gebäude als auch der umgebende und darunter liegende Boden belastet.

In den kommenden Wochen wird der Boden ausgetauscht. Die Tiefe von etwa zehn Metern wird Ende Mai erreicht sein. Dann wird die Grube wieder verfüllt. Bis Ende Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Nachdem sich durch den Eingriff Schadstoffe im Boden auslösen und ins Grundwasser gelangen könnten, wurden im Verlauf des Grundwasserstroms acht Brunnen installiert, die seit Beginn der Erdarbeiten das Grundwasser vorsorglich abpumpen. Das Wasser durchläuft eine aufwendige Filteranlage auf dem Gelände und wird anschließend wieder versickert.
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