Gedenken an Drogentote: Drogenhilfe Schwaben erinnert an Verstorbene

Mit Steinen wird der Verstorbenen gedacht. Die Drogenhilfe Schwaben möchte anlässlich des Drogentotengedenktages auf die Situation der Betroffenen aufmerksam machen. (Foto: David Libossek)

37 Menschen sind allein in Augsburg im Jahr 2016 an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben. Zum bundesweiten Drogentotengedenktag am Freitag, 21. Juli, will die Drogenhilfe Schwaben dieser Menschen gedenken und über Hilfsangebote informieren.

Das Programm der Drogenhilfe findet von 11 bis 15 Uhr im Annahof statt. Geplant sind ein Infostand und Kaffeeausschank, außerdem die Tafelaktion „Bevor ich sterbe möchte ich…“. Es gibt Livemusik mit Solokünstler Max Stadler. Von 12 bis 13 Uhr findet am Königsplatz zudem eine Kundgebung statt. Dabei sollen über eine Menschenkette die Gedenksteine für die Drogentoten in den Annahof gebracht werden. Um 16 Uhr folgt eine Andacht in der Kirche St. Anna.

Schwierige Lage von Drogenkonsumenten: mehr Tote als im Vorjahr

Mit dem Drogentotengedenktag will die Drogenhilfe nicht nur an die verstorbenen substanzabhängigen Menschen erinnern, sondern gleichzeitig auf die unverändert schwierige Situation von abhängigen Menschen aufmerksam machen.
Im Jahr 2016 sind in Bayern 321 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben. Nach Angaben des Landeskriminalamtes verstarben in diesem Jahr bis Mitte Juni bereits 144 Menschen an einer Überdosierung, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 13 Prozent darstellt. In Augsburg trauert die Drogenhilfe um 37 Menschen aus dem Jahr 2016 (Steigerung um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und im aktuellen Jahr bereits um zehn Drogenkonsumenten.

Die Alltagswelt der Betäubungsmittelabhängigen sei gekennzeichnet von Repressalien – Verdrängung von öffentlichen Räumen, Strafverfolgung – und unwürdigen Konsumbedingungen unter anderem in öffentlichen Toiletten oder Parkanlagen, informiert die Drogenhilfe Schwaben. Besondere Gefährdungsmomente entstünden vorrangig durch Mischkonsum sowie durch Überdosierung nach Haftstrafen, erfolgter Entgiftung und sonstigen „clean“-Zeiten. Ein weiterer Risikofaktor sei die falsche Einschätzung der Dosis-Toleranz und der instabile Gesundheitszustand aufgrund des oftmals jahrelangen Drogenkonsums. Des Weiteren trage der riskante Konsum von sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen wie Badesalzen und Kräutermischungen zur gesundheitlichen Destabilisierung der Klienten bei.

Sucht ist eine Krankheit: Hilfe bei der Drogenhilfe Schwaben

Die Abhängigkeit von Drogen sei nach den Statuten der Weltgesundheitsorganisation WHO eine Krankheit. Den Betroffenen müsse – wie jedem anderen Kranken auch – eine Behandlung und Unterstützung uneingeschränkt zugänglich sein. Die Drogenhilfe Schwaben bietet für Betroffene und deren Angehörige Unterstützung und Hilfe an. Informationen zu den Angeboten gibt es im Internet unter www.drogenhilfeschwaben.de.

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