Gerade, wenn es draußen richtig kalt wird: Zwei Friedberger helfen ehrenamtlich Obdachlosen in Augsburg

Petra Gerber und Robert Höck engagieren sich seit sechs Wochen ehrenamtlich für Obdachlose in Augsburg. (Foto: Petra Gerber)

Seit circa sechs Wochen setzen sich Petra Gerber und Robert Höck für Obdachlose in Augsburg ein. Sie haben die „Private Obdachlosenhilfe Friedberg“ gegründet und fahren seitdem zwei bis drei Mal die Woche zum Oberhauser Bahnhof, um dort Spenden zu verteilen.

Die Idee dafür kam Robert Höck schon im vergangenen Winter. Er habe die Obdachlosen zuvor zwar registriert, sich aber nie so wirklich Gedanken darüber gemacht. Das änderte sich als Höck, Chef eines Metallbaubetriebs, eine Baustelle auf dem Kreuz in Augsburg hatte.

Es war so kalt, dass seine Mitarbeiter eine Pause vorschlugen, um sich wieder aufzuwärmen. Sie gingen in die nächstgelegene Gaststätte, bestellten Kaffee und Butterbrezen. Erst als sie bemerkten, dass man nicht bezahlen musste, realisierten sie, wo sie waren: in der Wärmestube der Stadt Augsburg. „Da ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie privilegiert wir sind“, sagt Höck.

Er startete einen Aufruf auf Facebook, dem knapp zehn Leute folgten. Nach dem ersten Treffen blieben allerdings nur zwei Personen, die wirklich anpacken wollten: Petra Gerber und Robert Höck. Beide sind berufstätig und betreiben die Obdachlosenhilfe in ihrer Freizeit. Sie investieren jeweils circa zehn Stunden Arbeit pro Woche, tendenziell eher mehr. „Wir fahren zwei Mal pro Woche abends raus um die Spenden zu verteilen“, teilt Höck mit. „Und das Spenden sortieren kostet auch viel Zeit.“ Erst vergangene Woche hätten sie einen Kleintransporter voller Warenspenden erhalten, gefüllt mit warmen Sachen wie Decken, Hosen und Schuhen. Gerade jetzt sei so etwas wichtig, da in den kommenden Tagen die Temperaturen wieder sinken sollen.

Auf der Facebook-Seite „Du kommst aus Friedberg wenn...“ startete das Projekt, es gab viel positives Feedback so dass Höck und Gerber ihre eigene Seite „Private Obdachlosenhilfe Friedberg“ gründeten.

Doch es gab nicht nur positive Rückmeldungen. „So Aussagen wie ’Die sind doch eh alle selber schuld’ hören wir immer wieder“, gesteht Höck. Beirren lassen sich er und seine Mitstreiterin dadurch aber nicht. Es gebe viele Privatpersonen, die Suppen für die Obdachlosen kochen, und das Ehepaar Ranzinger unterstütze die beiden beim Verteilen der Ware und bei der Ausgabe des Essens. Auch ein lokales Lebensmittelgeschäft unterstützt die Initiative, indem es jede Woche 20 Wurstsemmeln spendet. Geplant wird derzeit auch, Tüten gefüllt mit Nahrung und Hygieneartikeln anzubieten. Sie können dann von Kunden gekauft und an die Obdachlosenhilfe gespendet werden.

Derzeit sind Petra Gerber und Robert Höck auf der Suche nach einer weiteren Person, die sich engagiert und den beiden unter die Arme greift. „Wir haben mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad“, sagt er stolz.
Wer die Initiative unterstützen möchte, durch Spenden oder Kochen, kann sich auf der Facebook-Seite www.facebook.de/ private-obdachlosenhilfe-friedberg mit Petra Gerber und Robert Höck in Verbindung setzen.
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