Gibt es bald wieder eine Goggelesbrücke?

Die Goggelesbrücke musste im Jahr 2005 abgerissen werden. Jetzt keimt neue Hoffnung für viele Pferseer auf, die seit zehn Jahren für eine neue Verbindung über die Wertach kämpfen. Foto: Archiv

Für viele war sie mehr als nur die Verbindung zwischen der Augsburger Innenstadt und Pfersee: die Goggelesbrücke, die 2005 abgerissen wurde. Bald könnte es an ihrem ehemaligen Platz wieder eine Brücke über die Wertach geben. Grund ist unter anderem ein geplantes Großprojekt.

Seit Jahren machen sich die Pferseer stark für einen Neubau ihrer geliebten Goggelesbrücke. Schon einmal war der Ersatzbau für die 2005 abgebrochene Verbindung von Pfersee in die Innenstadt über die Wertach Thema im Bauausschuss. Jetzt gelang es zwei Stadträtinnen aus Pfersee, Anna Rasehorn und Angela Steinecker (beide SPD), durch eine geschickte Argumentation dem längst bei vielen als "hoffnungslosen Wunsch" abgeschriebenen Thema neuen Auftrieb zu verleihen.

Der Wunsch ist nicht neu. Seit dem Abriss fordern viele der Pferseer Bürger einen Wiederaufbau der Goggelesbrücke. "Die Brücke ist als wesentlicher Baustein im Geh- und Radwegenetz für Pfersee unverzichtbar", meinte bereits 2009 die Bürgeraktion Pfersee und macht sich seitdem ebenfalls für einen Steg für Fußgänger und Radfahrer stark. Auch Deniz Anan und Christine Kamm (Bündnis 90/Die Grünen) plädieren seit geraumer Zeit für einen Wiederaufbau. Mit der Aktion "Mehr Blick aufs Rad" forderten sie in einem Zwölf-Punkte-Plan unter anderem die Wiedererrichtung der Goggelesbrücke als Teil der Radachse zwischen Steppach und der Innenstadt von Augsburg. Für die meisten Anwohner in Pfersee war die Brücke in der Vergangenheit einfach eines: praktisch. Ohne Umwege verband sie für Fußgänger und Radfahrer den Stadtteil Pfersee mit Augsburg.

Neuen Grund zur Hoffnung machten Rasehorn und Steinecker in der letzten Stadtratssitzung vor Weihnachten. Thema war unter anderem der Verlauf der geplanten Straßenbahnlinie 5 vom Bahnhof Richtung Klinikum. Um die geführte Diskussion der Trassierung - entweder über die Luitpoldbrücke durch die Hessenbachstraße oder durch die Holzbachstraße - für den Wiederaufbau der Brücke zu nutzen, argumentierten die beiden Stadträtinnen, die Brücke könne als "guter Kompromiss" dienlich sein.

Hintergrund ist die Tatsache, dass durch die Führung der Straßenbahnlinie entweder das Thelottviertel oder Pfersee durch die Wertach von der neuen Straßenbahn abgeschnitten wird. Mit dem Vorschlag sollen beide Viertel einen entsprechenden Nutzen haben. Ein Einwand, der bei allen Beteiligten Gehör fand. Jetzt prüft die Stadt Augsburg, welche Fördergelder für einen Neubau der Goggelesbrücke erhältlich wären.

Das wird parteiübergreifend angenommen und könnte den Pferseern rund zehn Jahre nach dem Abriss der im Jahr 1921 erstmals errichteten Brücke endlich wieder die so dringend ersehnte Verbindung über die Wertach zurückbringen.

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es jedoch keine konkreten Aussagen dazu, ob und zu welchem Zeitpunkt eine Realisierung des Bauvorhabens möglich sein könnte. Für viele Pferseer ist mit der Diskussion aber wieder ein Funken Hoffnung in die Angelegenheit zurückgekehrt.
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