Glorioses Adventskonzert in der Freien Waldorfschule Augsburg

Nun kann Weihnachten kommen - mit dieser gloriosen Einstimmung auf den Advent. Wieder im warm geheizten Festsaal fand das Adventskonzert der Freien Waldorfschule statt. "Einerseits vermisse ich den feierlichen Rahmen der Kirche St. Sebastian", sagte eine Mutter und langjährige Besucherin des Konzerts in der Pause. "Andererseits genieße ich es, dass ich hier nicht frieren muss". Weiche Bässe, warme, klare Stimmen, manchmal strahlend und bombastisch und manchmal fein und zart - das waren die Extreme, zwischen denen sich die sakralen und weltlichen Musikstücke entfalteten.

Den Auftakt machte das Bläserensemble der 3. bis 5. Klasse mit dem alten Weihnachtslied "Psallite" von Franz Liszt. Die fünfte Klasse sang schön und harmonisch und flötete zum ersten Mal vierstimmig an diesem Abend. Bläser und Chor der Mittelstufe trauten sich, laut und selbstbewusst zu musizieren - zum Ende des ersten Teils warfen die Chorsänger dann ausgelassen zu den letzten Takten von "Jingle Bells" ihre Chormappen in die Luft.

Wie bereits in den vergangenen Jahren zeigte dann der zweite Teil des Abends, welche Entwicklung Schüler machen können, wenn sie guten Musik- und Instrumentalunterricht von der ersten Klasse an erhalten.

Als die ersten Takte des Andante No. 4 aus Mozarts Divertimento in C ertönten, da klang das so warm einladend und fröhlich, wie in den schönsten Filmerzählungen der Augsburger Puppenkiste, wenn sich nach einigen Takten der Vorhang öffnet. Jubelnden Applaus erhielt Sophie Lauerer für ihre Rosenarie "Deh vieni, non tardar" aus Mozarts Figaro.

Das Finale, das Credo aus der Cäcilienmesse von Gounod, ließ den Opernkomponisten hören - die ganz, ganz großen Gefühle wurden hier hervorgerufen, mit Wechseln vom Fortissimo ins Pianissimo und einer langsam sich steigernden Auflösung in Harmonie mit einem schillernden Glockenspiel. Eine fulminante Leistung!

Einstudiert hatten folgende Lehrer die Musik mit den Chören, Orchestern und Instrumentalgruppen: Inna Auerswald, Lukas Gayler, Hiltrud Kamolz, Sonja Ludwig, Frank Strodel, Manuel Wiencke. Am Klavier begleitete Erika Valtl.

Die Freie Waldorfschule Augsburg wurde 1981 gegründet. Sie ist einzügig, rund 400 Schüler besuchen die Schule. Als Abschlüsse werden Mittlere Reife und Abitur angeboten. Teil der Waldorfpädagogik sind zwei Fremdsprachen ab Klasse eins, Leistungsförderung ohne Noten, Selektion und Sitzenbleiben, ein gemeinsamer Klassenverband während der gesamten Schulzeit, Ausbildung von individuellen sozialen und kreativen Fähigkeiten. Die Schule bietet eine flexibel buchbare Ganztagsbetreuung an.

+ Fotos, Urheberin Angelika Lonnemann
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