Glücksgefühl auf zwei Rädern

Große Freude über das eigene Fahrrad: 50 Drahtesel brachten Freiwillige des Hochzoller Rumänienprojekts in ein Kinderheim in Ghimbav. Foto: privat

Das Rumänienprojekt der Hochzoller Gemeinde St. Matthäus macht Heimkindern in Rumänien eine Riesenfreude: 50 Räder hatten Freiwillige gesammelt und zu den Kindern gebracht.

Mehr als Sattel und Speichen ist ein Radel für rumänische Heimkinder. Das zeigte die Fahrradaktion im Zuge der Missionsarbeit der St. Matthäusgemeinde Hochzoll gemeinsam mit dem Verein „Hoffnung“ im Kinderheim der Scheytt-Stiftung in Ghimbav, Rumänien. In diesem Heim leben rund 20 Kinder in drei Gruppen, betreut von je drei Erziehern in familiärem Umfeld. Keiner der Bewohner hat ein eigenes Fahrrad.

„Ein eigenes Rad zu bekommen, ist wie ein Fünfer im Lotto“, berichten die Erzieher vor Ort. Dieses Hochgefühl ermöglichte das Team in der Gemeinde in Hochzoll nun den Kindern. Über 50 Fahrräder, neue und gebrauchte Fahrradersatzteile, Werkzeug zur Reparatur sowie Spendengeld sammelte es.
Und so machten sich Ende Juli fünf bastelbegeisterte Männer – Christoph Geiser, Detlef Kurth, Christian Künkel, Roland Lorenz und Andreas Schöllhorn – für fünf Tage ins 1400 Kilometer entfernte Ghimbav auf, um die 50 „Fünfer im Lotto“ zu überbringen.

Doch die Männer verteilten die Räder nicht nur, sondern reparierten diese gemeinsam mit den Kindern vor Ort. Damit zeigten sie den Kindern zum einen, was zu tun ist, falls wieder eine Reparatur nötig wird. Zum anderen war damit klar, dass die Kinder erst etwas tun müssen, um ein Rad zu erhalten. Deswegen hat das Team mit jedem Kind auch einen Vertrag unterzeichnet, in dem geregelt wurde, dass jeder für sein Rad verantwortlich ist und darauf achten muss.
„Es gibt nur dieses eine Rad. Wenn es kaputt ist oder verloren geht, kommen wir nicht einfach nochmal und bringen neue Räder“, berichtet Andreas Schöllhorn. „Die Wertschätzung für das Fahrrad steigt dadurch enorm. Und natürlich hat jedes Kind unterschrieben.“

Besonders beeindruckt hat die fünf Männer die Wissbegierde, das Geschick und der Arbeitseifer der Kinder: „Man darf nicht unterschätzen, welches Potenzial auch ein Roma-Kind in sich trägt. Mit unserem Engagement versuchen wir, dieses zu fördern.“

Mit einer Barspende von 500 Euro wurde außerdem noch ein neuer Anhänger für das Kinderheim gekauft. Die nächste Aktion des Rumänienprojekts ist die „Weihnachtsfreude“, bei der für arme Kinder, Familien und Senioren gesammelt wird. Die Lebensmittel- und Kleiderpakete werden im Gemeindehaus aus Spenden gepackt und vor Ort von Gemeindemitgliedern an die Bedürftigen verteilt. Gesucht werden dafür Lebensmittel, Süßigkeiten, Hygieneartikel, Spielzeug, Kinderkleidung, Decken, Kissen, Tisch- und Bettwäsche sowie Handtücher und Schuhe.

Man kann die Spenden oder fertig gepackte Kartons an den Freitagen, 6. und 13. November, von 15 bis 18 Uhr sowie an den Samstagen, 7. und 14. November, von 9 bis 13 Uhr im Gemeindehaus abgeben.

Außerdem werden auch dieses Jahr wieder Geldspenden gesammelt, um einen Laster mit mehreren Tonnen Kartoffeln zu finanzieren. Das Team freut sich über jede Unterstützung, ob beim Spenden, Einpacken, Mitmachen, Mitfahren oder beim Gebet.
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