Gribl zum Theater: "Mit bisheriger Gestaltung am Limit"

Sanierungsfall: DIe Fassade des Augsburger Theaters wäre von der Renovierung nicht betroffen. Auch deshalb nicht, weil sie unter Denkmalschutz steht. Am Theater hapert's außerdem von Innen. Foto: Lea Geier

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl hatte bereits am Montag durchklingen lassen, dass die Sanierung des Theaters teurer werden könnte als zunächst angenommen. Mit der bisherigen Gestaltung sei die Stadt "ans Limit" gegangen. Auch zum Fall einer Kostenexplosion äußerte sich Gribl.


Die Sanierung des Augsburger Theaters ist für die Spielstätte unumgänglich. Die Mängel am Großen Haus sind jedoch gravierender, als es die Stadt zunächst angenommen hatte. Schon am Rande einer Begehung des Theaters hatte Kulturreferent Thomas Weitzel gesagt, die Schließzeit von zwei Jahren "ist nicht zu halten". Er hatte sie auf drei bis vier Jahre nach oben korrigiert.

Dasselbe trifft nun wohl auch auf die Kosten zu. Oberbürgermeister Kurt Gribl hatte bereits in einem Gespräch mit unserer Zeitung am Montag durchklingen lassen, dass die Renovierung wohl teurer würde, als die im Haushalt eingetragenen rund 100 Millionen Euro. Gribl sagte, er halte das für wahrscheinlich, "weil ich von der Grobschätzung zur Konkretisierung immer zu anderen Ergebnissen komme".

Am gestrigen Mittwoch verbreiteten sich in den Medien Zahlen, die die Befürchtungen des OB bestätigten. In der Ältestenratssitzung am Dienstag sei davon die Rede gewesen, dass die Summe auf bis zu 188 Millionen Euro anwachsen könne - alleine für das Große Haus, die Werkstätten und die Verwaltung, die bisher mit 55 Millionen Euro eingeplant waren, noch nicht eingerechnet.

"Sollten die Abweichungen erheblich sein, müssen wir uns erheblich Gedanken machen, weil wir die Finanzierung bislang auf dem Zahlenwerk aufgebaut haben, das Friedrich (Fachplanungsbüro aus Hamburg, Anm. d. Red.) geliefert hat", sagte Gribl noch und ergänzte: "Wir gehen mit dieser Gestaltung aber ans Limit dessen, was wir als Kommune leisten können, wenn wir nicht andere Investitionstätigkeiten zurückstellen wollen."

Auf die Frage, ob es bei den derzeitigen sozialen Brennpunkten richtig sei, so viel Geld in das Theater zu stecken, sagte Gribl: "Kultur gehört genauso zum gesellschaftlichen Bestandteil einer Stadtgesellschaft, wie auch die Sozialfürsorge oder die Bildung oder der Sport und dergleichen, aber ich sage gleichzeitig: Theater nicht um jeden Preis. Wir brauchen eine Balance."

Würden Dinge unverhältnismäßig, so ergänzte er, müsse man korrigieren. Aber nicht zurückstellen, weil es im Augenblick wichtigere Dinge gebe.

Bei der Einstellung der Kosten in den Haushalt hatte die Stadt sich an einer Vorstudie des Planungsbüros orientiert. Die veranschlagten rund 100 Millionen sollten ab dem Jahr 2016 mit je sieben Millionen Euro jährlich auf mehrere Jahre verteilt werden. 45 Prozent der sogenannten förderfähigen Kosten wird der Freistaat übernehmen. Nun scheint sogar überlegt zu werden, dass der Freistaat die Spielstätte übernimmt - und so komplett für die Sanierung aufkommt.

Die konkreten Zahlen werden kommende Woche in einer Ausschusssitzung und anschließend öffentlich präsentiert. Es wird spannend werden, wie Gribl seine Worte in die Tat umsetzt.
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