Grundschule Täfertingen Vorreiter in Sachen iPad

Erste iPad Klasse an einer Grundschule im Landkreis Augsburg: Die dritte Klasse der Volksschule Täfertingen bekommt 30 iPads. Die Schule gehört hier zu den ersten fünf in Deutschland.

Mit großer Spannung und riesiger Vorfreude fieberten die 28 Kinder der Klasse 3a der Volksschule Neusäß-Täfertingen diesem Tag entgegen. Endlich war es soweit. Alexander Gurny, Geschäftsführer des Unternehmens Smallfunds und Initiator der Bildungsinitiative "Aktion 3000", reiste aus Berlin an und übergab jedem Kind ein neues iPad 3, das ihm nun für ein Schuljahr kostenlos zur Verfügung steht.


Rektor Ulrich Hierdeis bewarb sich im Sommer bei dieser Aktion und erhielt als eine der ersten fünf Schulen bundesweit den Zuschlag. Die iPad-Klasse ermöglicht Hierdeis die konsequente Fortführung der an seiner Schule praktizierten kreativen Medienarbeit. Nach der Arbeit mit dem Laptoporchester und der Einführung von zwei Whiteboards im vergangenen Schuljahr begibt sich der begeisterte Musiker und Medienpädagoge auf ein noch relativ neues Feld und erarbeitet ein Konzept zur Nutzung des iPads im Rahmen des Unterrichts, basierend auf den Vorgaben des bayerischen Lehrplans zur Medienerziehung.

„iPads zu erhalten ist ja das eine, die eigentliche Herausforderung besteht darin, Kinder zu einem sinnvollen Umgang mit diesem neuen Medium anzuleiten“, so Rektor Hierdeis bei seiner Begrüßungsrede. Aus Sicht des Pädagogen erhalten die Kinder mit dem iPad ein weiteres Werkzeug zur Förderung des persönlichen Ausdrucks. Das Kind dürfe nicht in die Rolle des reinen Nutzers gedrängt werden. Erlebten die Kinder heute den Mehrwert dieses Werkzeugs, bestünden gute Chancen, dass zu einem späteren Zeitpunkt im Leben die Gefahr minimiert werde, den Rechner zu einem reinen Spielzeug zu degradieren. Die Kinder lernen im kreativen Umgang das Medium Tablet-PC kennen, verfassen Texte, Bildreportagen, Präsentationen, schreiben Geschichten, erstellen Filme, üben Mathematik und Deutsch, trainieren englische Vokabeln und mehr. Hierdeis besonderes Anliegen ist es, die Kinder aus der Nutzerrolle in die Rolle des Kreativen, des Erschaffenden zu bringen.

„Selbstverständlich bleiben die klassischen Kulturtechniken wie Schreiben mit der Hand, die Weiterentwicklung der eigenen Handschrift und das Lesen nicht auf der Strecke“, so Hierdeis gegenüber der StadtZeitung. „Sie behalten nach wie vor ihren festen Platz im Unterricht.“ Ein sicherlich spannender Modellversuch im Landkreis Augsburg.
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