Hans-Adlhoch-Mittelschule: Eine Schule mit Courage

Die Hans-Adlhoch-Mittelschule trägt nun den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". (Foto: Laura Bongardt)

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein Projekt, das mittlerweile als das größte Schulnetzwerk in Deutschland bekannt ist. 1700 Schulen sind Teil des Ganzen und haben die Chance, sich den Titel zu holen. Eine hat es nun geschafft. Der Hans-Adlhoch-Schule wurde nun diese Auszeichnung, die zugleich eine Verpflichtung ist, übergeben.

„Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig“ hieß es schon in den ersten Minuten der feierlichen Titelvergabe. Die vereinten Grund- und Mittelschüler gaben mit ihrem mehrstimmigen Chorgesang einen Einblick in die Grundsätze der Hans-Adlhoch-Schule. Bereits vor eineinhalb Jahren sollen sie sich die Frage gestellt haben, wie die Schüler miteinander leben. Um dieses Verhältnis noch zu verbessern, beschlossen einige Schüler, sich am Projekt zu beteiligen und überzeugten auch die restliche Schulgemeinschaft. Gemeinsam mit ihrer ernannten Schulpartnerin und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, erfüllten sie die notwendigen Voraussetzungen für eine Teilnahme und hatten nun Erfolg.

„Wir sagen Nein zu Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt und wollen einen respektvollen Umgang miteinander“, sagte Rektorin Sabine Stahl-Schnitzler in ihrer Ansprache. Man solle nicht wegschauen und auch die Verleihung des Titels sei kein Schutzschild, das nun alles Unheil fernhält, sondern eine Verpflichtung, die die Schule eingeht.

Dem stimmte Oberbürgermeister Kurt Gribl zu und meinte in seinem Grußwort: „Was draufsteht, muss auch drinstecken.“ Zudem bekannte er sich stolz, dass Augsburg eine Stadt mit so vielen Nationalitäten sei. Diese Vielfalt begegne sich natürlich auch in der Schule und dort müsse man anfangen, am richtigen Umgang miteinander zu arbeiten: „Heute seid ihr Schüler, morgen die Chefs.“ Und dass so viele sich zu diesem Anlass versammelt haben, sei ein schönes Zeichen.
Um den richtigen Raum für den richtigen Umgang zu schaffen, soll die Schule im September renoviert werden. Das ist auch nötig, denn die Schule zeige die Entwicklungen der Zeit, so dass da mal ein Upgrade nötig sei, sagte Gribl.

Nach den Reden kamen daraufhin wieder die Schüler zu Wort und stellten den Namensgeber ihrer Schule vor. Hans Adlhoch hatte sich vor und während des NS-Regimes für die Schwachen eingesetzt. Die Nazis sperrten ihn in ein Konzentrationslager, bei einem Todesmarsch verlor er sein Leben. Diese Ungerechtigkeit griff Claudia Roth auf und erklärte, dass es wichtig sei, sich zu erinnern, damit so etwas in der Zukunft nie wieder vorkomme. Die Vielfalt mache die Gesellschaft reich und stark. Trotzdem werden so viele Menschen bedroht weil sie anders sind, weshalb es Courage brauche, sich dagegen zu wehren. Im Grundgesetz stehe nicht jedes deutschen Menschen, oder jedes männlichen Menschen Würde sei unantastbar. „Nein, jedes Menschen“, machte Claudia Roth deutlich. „Wir wollen eine weltoffene, demokratische und gerechte Zukunft mit euch.“

An der Schule soll hierfür der erste Schritt gemacht werden, denn man lerne ja nicht für die Schule, sondern fürs Leben. Dass die Schüler bereits auf dem richtigen Weg sind, beweist die Auszeichnung. Nun heißt es, daran zu arbeiten, dass das auch so bleibt.

Laura Bongardt
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