Hinweise auf einen Brennelementdefekt in Gundremmingen: Block C wird über Weihnachten vom Netz genommen

Das AKW Gundremmingen. (Foto: Archiv)
Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen geht für einen geplanten Brennelementwechsel vom Netz. "Mit diesem Brennelementwechsel können wir die Einsatzplanung für die vergangenen fünf Betriebsjahre von Block C auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimieren und den Brennstoff bis zum Laufzeitende bestmöglich ausnutzen", erklärt Michael Trobitz, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen in einer Pressemitteilung des Betreibers. Zusätzlich zum Einsatz bereits genutzter Brennelemente aus dem Lagerbecken sei geplant, 72 frische Brennelemente in den Reaktor von Block C einzusetzen.

Der Beginn des Brennelementwechsels wurde vom ursprünglich geplanten Termin Ende Dezember in die Vorweihnachtszeit vorverlegt, da laut Betreiber neben dem Austausch von Brennelementen zusätzliche Arbeiten anstehen: So werde die Revisionsmannschaft eine der acht Kühlmittelumwälzpumpen des Gundremminger Block C instandsetzen, die nach einem Defekt im September vorsorglich außer Betrieb genommen worden war.

Zudem hätten sich im laufenden Produktionszyklus aus den Daten der Betriebsüberwachung Hinweise auf einen Brennelementdefekt ergeben, so dass zu Beginn des Brennelementwechsels zunächst alle 784 bisher eingesetzten Brennelemente zu überprüfen sind. Nach derzeitigem Erkenntnisstand bestehe für beide Befunde keine Meldepflicht; "die Aufsichtsbehörde sowie die Öffentlichkeit wurden dennoch frühzeitig informiert", schreibt die Betreiberfirma des AKW Gundremmingen in ihrer Mitteilung.

Sachverständige des TÜV überwachen die anstehenden Arbeiten im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums. "Wir planen, den Großteil der Maßnahmen vor Weihnachten umzusetzen und möchten die Feiertagsarbeit auf das unbedingt notwendige Maß beschränken", so Michael Trobitz. Anfang Januar solle Block C des Kernkraftwerks wieder in Betrieb genommen werden.
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