Hoffnung auf bezahlbaren Wohnraum

10.000 Quadratmeter hat die WBG an der Ulmer Straße erworben. Sie gilt damit als Hoffnungsträger für neuen Wohnraum im Stadtteil. Foto: Florian Winkler-Ohm

An der Ulmer Straße hat die Augsburger Wohnungsbaugesellschaft ein Grundstück gekauft. Neben einem Einkaufszentrum sollen auch bezahlbare Wohnungen entstehen.

Wohnraum ist knapp in Augsburg, vor allem wenn es sich um bezahlbaren Wohnraum handelt. Das weiß auch Mark Hoppe, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WBG). Mit dem Auftrag aus der Stadtregierung, binnen der kommenden fünf Jahre insgesamt 600 neue Wohnungen anzukaufen oder zu bauen, hat Hoppe ein großes Ziel vor Augen.

Besonders profitieren können laut WBG-Chef besonders die Gebiete im Augsburger Westen. Aus den ehemaligen Kasernenflächen der Amerikaner soll, wie schon beim Sheridan-Areal, begehrtes Wohngebiet samt guter Infrastruktur entstehen. Ein besonders großes Stück Land hat sich die WBG mit dem Kauf von rund 10.000 Quadratmetern direkt an der Ulmer Straße - eingebettet zwischen der Langemarckstraße und der Sommestraße - gesichert. Auf dem Grundstück der ehemaligen Reese-Kaserne plant die WBG neben Wohnungen auch die von vielen Kriegshaber Bürgern so dringend geforderten neuen Einkaufsmöglichkeiten. Der Stadtteil selbst gilt als unterversorgt, was die Nahversorgung für den täglichen Bedarf angeht.

Viele der Anwohner sind auf ein Auto angewiesen und weichen notgedrungen auf andere Stadtteile oder die umfangreichen Einkaufsmöglichkeiten in Stadtbergen aus. Auf dem Gelände am Nordrand des Reese-Areals klafft bislang jedoch noch immer eine große Baulücke. Die von der Stadt über mehrere Jahre geführten Verhandlungen mit einem Neusässer Projektentwickler sind gescheitert, nachdem einer der Investoren Insolvenz angemeldet hatte. Ursprünglich waren für diesen Bereich ein Supermarkt, eine Drogerie sowie ein Pflegeheim geplant. Nach einem Hin und Her konnte Ende vergangenen Jahres die Wohnungsbaugesellschaft das Grundstück von ihrer Tochter AGS erwerben. Laut der WBG bleibt es auch bei dem Vorhaben, auf der Fläche neben einem Supermarkt weitere Wohnungen zu errichten. Das Pflegeheim wird jedenfalls nicht mehr realisiert. Auch die Realisierung des Drogeriemarktes gilt eher als unwahrscheinlich.

Noch ist unklar, ob es bei den geplanten drei Baukörpern auf der Fläche bleibt. Laut WBG drängt die Zeit zur Fertigstellung auf dem Reese-Areal. Noch in diesem Jahr möchte man die Planungen abschließen. Spätestens im kommenden Jahr sollen dann auf der Fläche die ersten Baumaschinen mit ihrer Arbeit beginnen. In einer Machbarkeitsstudie wird derzeit herausgefunden, wie viele Wohnungen auf dem Gelände errichtet werden könnten.

Nur eine Straße weiter sollen ebenfalls ab 2016 neue Wohneinheiten durch die WBG entstehen. Im Bereich der Dr.-Dürrwanger-Straße plant die Wohnungsbaugesellschaft auf der ehemaligen Flak-Kaserne rund 40 neue Wohnungen. Direkt angrenzend in der Sommestraße - unweit des Kulturhauses abraxas - entstehen weitere 50 Wohneinheiten. Für die WBG, die ihr Ziel von 600 neuen Wohnen vor allem durch gutes Zeitmanagement und "sinnvolles eintakten" erreichen möchte, wird 2015 ein arbeitsreiches Jahr. Für viele Bürger im Stadtteil besteht dadurch wieder Hoffnung auf neuen, bezahlbaren Wohnraum und bessere Einkaufsmöglichkeiten, insbesondere im so unterversorgten Kriegshaber.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.