Hohes Friedensfest in Augsburg: Mehr als 1000 Gäste an der Friedenstafel

Seit 1650 feiern die Augsburger jedes Jahr am 8. August das Hohe Friedensfest. So auch am Montag. Mehr als 1000 Bürger der Stadt und ihre Gäste fanden sich zur Mittagszeit auf dem Rathausplatz ein, um gemeinsam zu essen und ins Gespräch zu kommen – als Friedenstafel ist diese Zusammenkunft mittlerweile der Höhepunkt eines jeden Friedensfestes.

„Guter Gesinnung und guter Grundhaltung“ seien sie, die Augsburger, die sich an der Friedenstafel eingefunden hatten. Das sagte Oberbürgermeister Kurt Gribl in seiner Eröffnungsansprache. Er dankte den Gekommenen für ihren Mut und ihre Bereitschaft zur Begegnung. Damit setzten die Augsburger ein Signal, griff OB Gribl das Motto des Friedensfestes 2016 auf: Mut.

Gleichwohl spüre er die Angst, die viele Menschen derzeit hätten. Und er sehe, wo die Angst ein schlechter Ratgeber sei, so Gribl weiter. Er fordert, nicht infrage zu stellen, was „bei uns über die Jahre in der Stadt gewachsen ist“. Dennoch müsse man prüfen, ob die Themen des Friedensfestes, bisher Interkultur und Vielreligiosität, erweitert werden müssen. Auch dazu müsse man mutig sein und die Leute ernst nehmen und mit ihnen über ihre Ängste reden.

Schließlich äußerte OB Gribl noch einen dringenden Wunsch. „Wir sind bereits viele“, stellte er zufrieden fest. „Doch wir sind noch viel zu wenig“, provozierte das Stadtoberhaupt mit dem Hinweis darauf, dass Augsburg bald 300 000 Einwohner habe. Wenn sich Jahr für Jahr immer nur die selben 1000 an der Friedenstafel träfen, dann brächte das keinen Fortschritt. Er fordert noch mehr zur Begegnung auf, auch außerhalb des Friedensfestes.

Nach Gribls Ansprache demonstrierten die Mitglieder des Runden Tischs der Religionen die in Augsburg friedlich gewachsene Vielfalt mit dem gemeinsamen Friedensgruß, der gleichzeitig die Friedenstafel eröffnete.

Bereits vor der Feier auf dem Rathausplatz hatte in der Basilika St. Ulrich und Afra ein ökumenischer Gottesdienst stattgefunden. In ihrer Predikt nahm Susanne Breit-Keßler, Regionalbischöfin Kirchenkreis München und Oberbayern auch Bezug auf das diesjährige Motto des Feiertags. „Mut kann man lernen, wenn man sein Feingefühl pflegt, sich einübt darin, seinen Beobachtungen und Wahrnehmungen zu trauen. Mut lernt man, wenn man – in Respekt vor sich und anderen – einen selbstbewussten, eigenen Weg geht und dabei merkt, wie gut einem so viel Frei-heit tut“, erklärte die Regionalbischöfin.

Am Nachmittag fanden insbesondere Familien den Weg in den Botanischen Garten zum Kinderfriedensfest.
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