Hunderte demonstrieren für die Vielfalt in Augsburg

Augsburg ist bunt: Mit diesen Schildern demonstrierten Hunderte Menschen am Wochenende für ein weltoffenes Augsburg. Foto: Hans Blöchl

"Augsburg ist bunt" lautete das Motto, das das Bündnis für Menschenwürde, die Stadt und viele andere Organisationen für eine Demonstration am Samstag ausgerufen hatten. Mehrere Hundert Menschen kamen für Toleranz, Gemeinsamkeit und gegenseitige Hilfe auf den Rathausplatz.

Mit Schildern "Augsburg ist bunt" und Aufklebern der Gewerkschaftsjugend, auf denen jeder seine Herkunft kundtun konnte, wurde die Vielschichtigkeit der Augsburger Gesellschaft verdeutlicht. Oberbürgermeister Kurt Gribl erinnerte an die Pflicht, verfolgte Menschen zu unterstützen. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth verwies auf den zentralen Artikel des Grundgesetzes, der besagt, dass "die Würde des Menschen - und zwar aller Menschen - unantastbar" ist. Regionalbischof Michael Grabow betonte die Verpflichtung, "aus christlichem Verständnis heraus auch weiterhin Kirchenasyl für Flüchtlinge zu gewähren".

Musik und künstlerische Darbietungen umrahmten die Kundgebung als deutliches Zeichen, dass Augsburg als Friedensstadt auf das friedliche und gedeihliche Zusammenleben von Menschen aus 176 Nationen angewiesen ist.

Fast gleichzeitig demonstrierten die Mitglieder und Sympathisanten verschiedener aus dem Nahen und Mittleren Osten stammenden christlichen Glaubensgemeinschaften gegen die Verfolgung und Vertreibung ihrer Glaubensbrüder in Syrien und dem Irak durch die Terrorbanden des Islamischen Staats. Um die Gemeinsamkeit des Eintretens für Toleranz und Menschenwürde zu betonen, machten sie auf ihrer Demonstrationsroute vom Dom zum Königsplatz auf dem Rathausplatz Station - "ein wunderbares Zeichen für das Miteinander in der Stadt", betonte OB Gribl.

Während der anschließenden Kundgebung auf dem Königsplatz wurden Forderungen nach der Einrichtung von Schutzzonen für die bedrohten Menschen und ein stärkeres Engagement des Westens laut. Trotz des Leids, dem viele Verwandte der Demonstranten ausgesetzt sind, waren weder Aggression noch Feindschaft zu spüren. Umso deutlicher dafür die geteilte Sorge und die Sehnsucht nach Frieden.
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