Immer genug Wasser im Tank

Vertreter der Staudenwasser-Gruppe und der Stadt Krumbach unterzeichneten den Vertrag über die Errichtung eines gegenseitigen Wasserlieferungs-Notverbundes: Bürgermeister Josef Böck und Hubert Fischer (vorne von links), Armin Drexl, Dietmar Müller und Max Schmid (hinten von links). (Foto: Staudenwasserversorgung)
Notverbunde sichern Trinkwasserversorgung im Ernstfall. Staudenwasser-Gruppe und Stadt Krumbach arbeiten eng zusammen. Die Umstellung auf digitale Wasserzähler liegt im Zeitplan.

Damit bei eventuellen Engpässen oder Notfällen im eigenen Netz die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigem Trinkwasser dennoch reibungslos und uneingeschränkt erfolgen kann, unterhält der Zweckverband Stauden-Wasserversorgung mit angrenzenden Wasserversorgungsunternehmen auf Gegenseitigkeit basierende Notverbunde. Kürzlich wurde ein weiterer Notverbund mit der Stadt Krumbach eingerichtet und der Wasserlieferungsvertrag unterzeichnet. Die Inbetriebnahme erfolgte im Dezember vergangenen Jahres.

Bei der jüngsten Staudenwasser-Verbandsversammlung im Bürgerhaus Reichertshofen betonten Vorsitzender Josef Böck und Werkleiter Armin Drexl, dass mit diesem Notverbund ein weiterer großer Schritt zur Verbesserung und Sicherstellung der Trinkwasserversorgung im rund 500 Quadratkilometer großen Verteilnetz des Zweckverbandes gemacht werden konnte. Die Kosten für die Errichtung des gegenseitigen Notverbundes in Höhe von rund 180 000 Euro teilen sich die Stadt Krumbach und die Staudenwasser-Gruppe je zur Hälfte.

Wie wichtig solche Einrichtungen im Notfall sind, zeigte sich im vergangenen Oktober. Bei Erdbohrarbeiten für Fernwärmerohre im Bereich südlich von Memmenhausen (Gemeinde Aichen, Landkreis Günzburg) wurde die Staudenwasser-Fernleitung DN 250 beschädigt. Dieser Leitungsstrang ist die Hauptader für das nord-westliche Versorgungsgebiet. Die mit den Arbeiten beauftragte Spezialfirma hatte es versäumt, beim Stauden-Wasserwerk die Leitungspläne anzufordern. Zur Aufrechterhaltung der Trinkwasserversorgung wurde bis zur Reparatur der Leckage unverzüglich der Notverbund Thannhausen aktiviert.

Für die Bevölkerung, so Armin Drexl, hätten sich keinerlei Beeinträchtigungen ergeben, der Vorfall sei aufgrund der zu keinem Zeitpunkt unterbrochenen Belieferung mit Trinkwasser aus dem Notverbund für die Verbraucher vollkommen unbemerkt geblieben.

In eine entscheidende Phase, so Verbandsvorsitzender und Langenneufnachs Bürgermeister Josef Böck, seien mittlerweile die Gespräche über eine geplante Vollmitgliedschaft der Wasserversorgung Fischach (Hauptort) und des Ortsteils Willmatshofen getreten. Die Ortsteile Wollmetshofen, Siegertshofen, Tronetshofen, Itzlishofen, Heimberg, Aretsried und Reitenbuch der Marktgemeinde sind bereits Vollmitglieder beim Zweckverband. Wie Werkleiter Armin Drexl erläuterte, wäre eine Aufnahme der Wasserversorgung Fischach als Vollmitglied direkt mit der Übertragung der gesamten Wassergewinnungsanlagen von Fischach gekoppelt, da aufgrund des gedeckelten Förderkontingentes eine Versorgung vom Standort Reichertshofen aus nicht möglich sei. Die Gespräche seien auf einem guten Weg, so dass eine Vollintegration des Marktes Fischach in den Zweckverband nach Vorliegen der erforderlichen Voraussetzungen im Jahr 2018 erfolgen könne.
Gut im Zeitplan, so Werkleiter Armin Drexl, liege die Umstellung auf digitale Wasserzähler. Bis Ende 2015 wurden bereits rund 2500 Zähler ausgetauscht. Der Zeitplan, wonach die komplette Umstellung der derzeit über 8900 aktiven Wasserabnahmestellen bis 2019 abgeschlossen ist, könne voraussichtlich eingehalten werden. Für das laufende Jahr 2016 ist der Austausch von weiteren 1700 Zählern vorgesehen. Zwischenzeitlich, so der Werkleiter, hätten sich auch benachbarte Wasserversorgungen entschieden, auf digitale Vollkunststoff-Zähler umzusteigen.

Ohne Engpässe meisterten die Reichertshofener „Wassermänner“ die Hitzeperiode des zurückliegenden Jahrhundert-Super-Sommers 2015. Die Fördermengen in den Rekordmonaten Juli und August lagen erwartungsgemäß über dem Normaldurchschnitt. Gegenüber dem Vorjahr wurden in den beiden Hochsommermonaten rund 79 000 Kubikmeter mehr gefördert. Am 8. August wurde die höchste Tageseinspeisung von 10 500 Kubikmetern verzeichnet. Die Gesamtförderung für das zurück liegende Jahr beläuft sich auf rund 2,33 Millionen Kubikmeter. Das wasserrechtlich genehmigte Förderkontingent beträgt 2,55 Millionen Kubikmeter im Jahr. Der rechnerische Wasserverlust in Höhe von 7,29 Prozent liege laut Werkleiter Drexl noch im vertretbaren Bereich.

von Walter Kleber
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