In Augsburg daheim: Heimat ist das Motto der Langen Kunstnacht 2016

Die beiden Artisten der Compagnie Acrojou aus England rollen bei der Langen Kunstnacht durch die Philippine-Welser-Straße. Mit ihrem „Home Wheel“ erzählen sie eine Liebesgeschichte in einem Zuhause auf kleinstem Raum. (Foto: KWNeun)

Vertraut und fremd, vielfältig und einzigartig – so sollen die Gäste der Langen Kunstnacht am Samstag, 6. Juni, „Heimat“ in Augsburg erfahren. Die größte Herausforderung an diesem Abend dürfte die Auswahl der besten Programmpunkte sein: Gut 200 an der Zahl sind es, 50 Orte werden bespielt.

Einer der Themenschwerpunkte der „Langen Nacht der Heimat“ ist der etwas andere Blick auf Augsburg. „Wir haben uns die Touri-Brille aufgesetzt und geschaut, was ist hier besonders“, erklärt Kulturamtsleiterin Elke Seidel. Original Augsburg, so ist es zumindest dem Programm zu entnehmen, sind demnach der „Stoinerne Ma“ und der „Lueg ins Land“. Zu beiden Orten wird es Führungen geben. Dabei hören die Teilnehmer auch die ein oder andere Stadtlegende, die Augsburger nicht oder nicht mehr kennen. Eine deutschlandweit einzigartige Augsburger Besonderheit ist die Localbahn. Nirgends sonst gibt es laut Seidel noch einen erhaltenen innerstädtischen Eisenbahnring. Und so stehen zwei Fahrten mit dieser Bahn ebenfalls auf dem Programm der Langen Kunstnacht. Wer Interesse an einer Fahrt hat, sollte sich beeilen mit dem Kartenkauf, denn es stehen insgesamt nur 400 Plätze zur Verfügung.
Aus der Fuggerstadt – und der langen Kunstnacht – nicht wegzudenken ist die Vielzahl an klassischen Konzerten. „In Augsburg gibt es eine starke Klassikszene“, erklärt Seidel. Hier dürfte vor allem der Punkt „Wie weiland zu St. Salvator“ interessant sein. Der Musica Suevica Chor hat das Singspiel „Alexander Magnus“ von P. Matthäus Fischer (1763 bis 1860) ausgegraben und führt es ab 20 Uhr auszugsweise im Kleinen Goldenen Saal auf.
Bei so einem umfangreichen Programm ist klar, dass es fast keinen Akteur auf der Innenstadtachse Mozarthaus und Handwerkerhof gibt, der nicht mitmacht: Kirchen, Museen, Kunstsammlungen, sie alle öffnen ihre Pforten und beteiligen sich an der Definition von Heimat.
Doch Augsburg ist immer wieder auch für viele Menschen neue Heimat geworden, seien es Gastarbeiter oder Flüchtlinge. Auch ihre Geschichten berücksichtigt das Programm, etwa mit einem Konzert, bei dem Musiker unterschiedlicher Herkunftsländer, die heute in Augsburg leben, die Musiktradition ihrer ersten Heimat vorstellen. Das Projekt „Heimatlieder aus Deutschland“ ist im Goldenen Saal im Rathaus ab 20 Uhr zu hören.
Absoluter Geheimtipp ist eine spezielle Führung in der Fuggerei. Erstmals dürfen Nicht-Bewohner in den Gemeinschaftsraum. Dort stellt ihnen ein eigens für die Kunstnacht produzierter Film vier Bewohner der Fuggerei vor. Danach geht es auf Hausbesuch und die Teilnehmer erfahren, wie es sich in der Fuggerei heute lebt. „Wie ist das wohl, wenn die Heimat ein Museum ist“, umreißt Seidel den Spannungsbogen. Beginn der halbstündigen Veranstaltung ist um 19 Uhr. Die Führung wird wiederholt um 20 und um 21 Uhr.
Straßentheater gehört inzwischen fest zur Langen Kunstnacht. Die spanische Truppe Kamchàtka erzählt auf ihre Weise Geschichten von Flucht, Ankommen und Heimat. Durch die Philippine-Welser-Straße rollen die beiden Artisten der Compagnie Acrojou aus England. Mit ihrem „Home Wheel“ erzählen sie eine Liebesgeschichte in einem Zuhause auf kleinstem Raum.
„Bei der Programmfülle, bin ich überzeugt, dass jeder eine passende Kunstnacht für sich findet“, hofft Seidel.

Die Karten für die Lange Kunstnacht gibt es ab sofort in der Touristinformation am Rathausplatz, dem Theater Augsburg und in den Museen.
1
Einem Autor gefällt das:
1 Kommentar
29
Silvia Teuber aus Augsburg - City | 05.05.2016 | 10:35  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.