Integration auf vier Pfoten

Integration mit Hund Hier fliegen die Löcher aus dem Käse: Hund Pauli führt mit Hundeführerin Sieglinde Kopp eine Polonaise durch den Park am Roten Tor in Augsburg an. Foto: pm

Die Augsburger Malteser sind beim Thema Integration auf den Hund gekommen. Durch Besuche der Vierbeiner sollen Flüchtlingskinder für ein paar Stunden ihren Alltag vergessen.

Flüchtlingskindern einige unbeschwerte Stunden schenken und ihnen helfen, den Alltag und Erlebtes - zumindest zeitweise - auszublenden: Das versuchen die Malteser Augsburg auf tierische Art und Weise. An festen Terminen kommen die Kinder in verschiedenen Augsburger Parks zusammen, um unter Anleitung erfahrener Pädagogen mit den Hunden zu spielen, Parcours zu laufen und um die Wette zu rennen. Darüber hinaus lernen sie, wie sie sich gegenüber den Vierbeinern verhalten sollen und deren Körpersprache richtig deuten.

Bei ihrer Arbeit nehmen die Malteser besondere Rücksicht auf religiöse oder kulturelle Werte und Regeln der Kinder. Deshalb finden Treffen ausschließlich im Freien statt, erklärt Regina Engl, ehrenamtliche Leiterin der Besuchs-Gruppe der Augsburger Malteser: "Die bewusste Hygiene wie das Reinigen der Hände nach dem Spielen mit den Tieren ist selbstverständlich. Außerdem findet der hautnahe Kontakt nur mit Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten statt. Dann gibt es auch keine Probleme."

Darüber hinaus werden die tierischen Besucher durch Eignungsprüfungen mit erfahrenen Hundeführern ausgewählt und gezielt geschult. "Gerade bei dieser speziellen Form von Besuchsdiensten gilt es, sorgfältig vorbereitet zu sein und sich mit dem notwendigen Respekt zu begegnen. Dann ist der Spaß bei Mensch und Tier garantiert", so Engl weiter.

Unterstützt werden die Malteser von der Diakonie, deren Mitarbeiter Kinder beispielsweise auch über die Hausaufgabenbetreuung fördern. Zudem ist ein Mitglied von FiLL - Forum Interkulturelles Leben und Lernen e. V. - an den Besuchen aktiv beteiligt und begleitet die Kindergruppen durch den Parcours. "Hier zeigt sich wieder einmal, wie fruchtbar und erforderlich eine harmonische Kooperation von beteiligten Hilfsorganisationen, Sozialverbänden und ehrenamtlichen Gruppen wirken kann", so Günter Gsottberger, Stadt- und Kreisgeschäftsführer der Augsburger Malteser.

In den Herkunftsländern der Flüchtlinge herrscht häufig ein ganz anderes kulturelles und weltanschauliches Verständnis von Rolle und Wert der Tiere - insbesondere von Hunden. Während die Vierbeiner in vielen Ländern überwiegend als Straßentiere wahrgenommen und wenig geachtet werden, gelten sie hier meistens als Familienmitglied. Um das Aufeinandertreffen dieser beiden Verhaltenstraditionen gegenüber Vierbeinern zu mildern, vermitteln die Malteser durch ihre Besuchsdienste gleichzeitig ein sozialintegratives Training zum Thema "Hundeland Deutschland". Durch positive Erlebnisse zwischen Mensch und Tier möchten sie zu mehr Akzeptanz und Integration beitragen.
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