Interview mit Volker Klüpfel: "Wir haben eine Idee fürs Ende"

Wir sprachen mit Volker Klüpfel wie es mit Kommissar Kluftinger weitergeht und über die Show "my Klufti", die am 19. Oktober im Kongress am Park in Augsburg zu Gast ist.

Die Krimiserie mit Kommissar Kluftinger machte das Allgäuer Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr berühmt. Volker Klüpfel wohnt mittlerweile in Augsburg.

StadtZeitung: Im Oktober kommen Sie mit Ihrer neuen Show "my Klufti" nach Augsburg. Was ist das Neue an der Show?

Volker Klüpfel: Im Vergleich zu den klassischen Lesungen wird weniger gelesen. Es geht mehr in die Richtung Comedy, dazu spielen wir auch selbst gedrehte Filme, beispielsweise vom Golfplatz, ein - bleiben dabei aber im Kluftinger Universum. Auf Wunsch der Zuschauer werden wir in Augsburg aber wieder mehr lesen.

StaZ: Was fällt Ihnen schwerer, vor vielen Leuten auf der Bühne zu stehen oder die Bücher zu schreiben?

Klüpfel: Die Herausforderung sind nicht die Leute, sondern die Unterhaltung der Leute. Das fällt mir leichter, als das Buch schreiben, da das Publikum immer ein direktes Feedback gibt. Wenn ein Lacher nicht ankommt, fliegt er aus dem Programm, das ist beim Buch nicht so.

StaZ: Sie stehen also gerne auf der Bühne?

Klüpfel: Ja, es ist eine gute Abwechslung zum Schreiben. Dabei könnte ich auch die ganze Zeit zu Hause bleiben und käme nie unter die Leute.

StaZ: Ist es schwierig zu zweit ein Buch zu schreiben?

Klüpfel: Jeder schreibt für sich und man tauscht sich aus. Zu zweit an einem Buch zu sitzen ist oft mühsam und stressig, aber am Ende ist das Ergebnis besser, als wenn man es allein geschrieben hätte.

StaZ: Kommt es auch vor, dass Sie sich mal nicht einig werden?

Klüpfel: In unserem letzten Buch Grimmbart konnten wir an genau zwei Stellen keine Einigung finden.

StaZ: Wer hat dann das letzte Wort?

Klüpfel: So etwas gibt es bei uns nicht. Wir haben dann einen Kuhhandel gemacht und beide strittigen Stellen gestrichen.

StaZ: Wer von Ihnen ist mehr Kluftinger und wer mehr Langhammer?

Klüpfel: Beim Schreiben sind wir beide Kluftinger - der ist ein grundehrlicher und sympatischer Kerl. Der Langhammer hingegen ist ja wirklich kein Sympathieträger. Auf der Bühne ist der Michael (Kobr) mehr der Kluftinger.

StaZ: Haben Sie abgesehen vom Klufti eine Lieblingsfigur?

Klüpfel: Der Maier, der hat mir im Film schon so gut gefallen. Der bringt viele lustige Elemente rein, oft unfreiwillig. Die Figur ist aufgrund seiner Eigenheiten lustig zu schreiben und auch die Leser finden es immer witzig, wenn er ein neues Smartphone oder Diktiergerät hat und damit allen anderen mit seiner klugscheißerischen Art auf die Nerven geht.

StaZ: Hat der Maier ein reales Vorbild?

Klüpfel: Keine unserer Figuren basiert auf realen Personen - wir schreiben ihnen aber durchaus Eigenschaften zu, die wir von Personen kennen.

StaZ: Arbeiten Sie schon am Nachfolger für Grimmbart?

Klüpfel: Wir schreiben gerade an einem Roman ohne Klufti. Erst danach wird der nächste Kluftinger in Angriff genommen. Beide Bücher sollen dann 2016 erscheinen.

StaZ: Worum geht es in dem Roman ohne Klufti?

Klüpfel: Wir mussten uns entscheiden, sollen wir lustig ohne Krimi machen, oder Krimi ohne lustig machen. Wir wollten dann ersteres machen.

StaZ: Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Romane?

Klüpfel: Die Ideen stammen meistens aus Eingebungen, wir lassen uns aber auch mal vom Fernsehen oder aus der Zeitung inspirieren.

StaZ: Fällt Ihnen das Schreiben zu Kluftinger schwerer seitdem sie in Augsburg wohnen?

Klüpfel: Das ist kein Problem für mich, mich gedanklich ins Allgäu zu versetzen. Ich habe mein ganzes Leben lang dort recherchiert und kenne das Allgäu gut. Außerdem bin ich noch regelmäßig zu Besuch dort.

StaZ: Der nächste Kluftinger wird bereits der neunte Teil der Serie - gibt es ein Ende auf das Sie hinsteuern?

Klüpfel: Wir haben eine Idee für ein Ende. Aber wir wissen noch nicht, wann das sein wird. Das zehnte Buch wird ein Meilenstein sein, wo man sich natürlich frägt 'macht es Sinn jetzt aufzuhören oder wollen wir weiterschreiben'. Entschieden ist aber noch gar nichts.
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