IT-Profis schätzen Unternehmenssicherheit zu optimistisch ein

Das Vertrauen in die Informationssicherheit deutscher Unternehmen ist hoch. Das zeigt eine bundesweite Befragung von IT-Profis, Managern und Vorständen. Symbolbild: © scyther5 / 123rf.de

Das Vertrauen in die Informationssicherheit deutscher Unternehmen ist hoch. Das zeigt eine bundesweite Befragung von IT-Profis, Managern und Vorständen. Dennoch kommt es regelmäßig zu Datenschutzverletzungen, die an der optimistischen Einschätzung zweifeln lassen.

Ein Großteil der IT-Spezialisten und Führungskräfte ist vom Sicherheitsniveau ihres Unternehmens überzeugt. Das ergab eine Umfrage der SolarWinds Inc. in Zusammenarbeit mit Enterprise Management Associates im Oktober 2014. Zur IT-Sicherheit befragt, gaben 85 Prozent der 168 Befragten an, dass ihr Unternehmen über ein überdurchschnittliches Niveau verfüge – 14 Prozent sehen ihr Unternehmen sogar in den oberen 10 Prozent. Die Gründe für die optimistische Einschätzung finden sich ebenfalls in der Erhebung. Demnach gaben 83 Prozent der Befragten an, ihre IT-Abteilung verfüge derzeit über genügend Ressourcen, um einen ausreichenden Schutz des organisationseigenen Netzwerks vor Angriffen von außen zu gewährleisten. Zudem berichteten die Befragten von einer Erhöhung der Sicherheitsbudgets. 68 Prozent gaben an, dass ihrer Abteilung für diesen Bereich mehr Mittel zur Verfügung gestellt wurden als im Vorjahr. Ebenfalls positiv bewerteten die IT-Profis und Führungskräfte die Personalstärke in den sicherheitsrelevanten Abteilungen. 97 Prozent der Befragten berichteten, dass es in ihrer Abteilung mehr als einen Mitarbeiter gäbe, der für die Sicherheit zuständig sei. 55 Prozent gaben zudem an, die ausgearbeiteten Verteidigungsvorkehrungen würden mindestens einmal im Monat getestet.

Für SolarWinds zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass deutsche Unternehmen sich intensiv um die Verbesserung ihrer Informationssicherheit bemühen. Diese Schlussfolgerung legen vor allem die Aussagen in Bezug auf Budget und personelle Ressourcen nahe. Relativiert werden die Aussagen über das Sicherheitsniveau in deutschen Unternehmen jedoch durch Befragungen zu sicherheitsrelevanten Vorfällen in der Vergangenheit. Hier zeigt sich, dass 77 Prozent der Befragten angaben, dass ihre Organisation bereits von einem schwerwiegenden Angriff betroffen war. Bei 46 Prozent der Befragten zeigte sich zudem, dass es länger als einen Monat dauerte, dass der Angriff entdeckt wurde. Bei 41 Prozent war der auf den Angriff zurückzuführende Schaden sogar so groß, dass es länger als einen Monat dauerte, bis die Folgen der Attacke beseitigt waren.

Neben positiven Tendenzen in Bezug auf die Verbesserung der Informationssicherheit zeigt die Umfrage somit auch einen beunruhigenden Trend zur Selbstüberschätzung.

von pm
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