Jäger & Förster: Beruf und Berufung mit Tradition

In der Öffentlichkeit wird das Thema Jagd oft als Hobby beschrieben. Nur dem Förster wird eine Sonderrolle zugesprochen. Er arbeitet ja jeden Tag im Wald und kümmert sich um die Tiere. Ist dem wirklich so und wird die Gesellschaft dem normalem Jäger gerecht? Es stellt sich auch die Frage, was den Förster vom Jäger unterscheidet und warum der Berufsjäger immer vergessen wird. Der Jäger ist heute kein alter Mann mehr, der einen dicken Bierbauch hat, einen Dackel an der Leine führt und mit Lederhose und einem Gamsbart auf seinem Hut in der Öffentlichkeit erscheint. Jäger sind heute überall und in allen Gesellschaftsschichten zu finden. Und es werden von Jahr zu Jahr mehr. Auch der Zulauf durch Jägerrinnen wird immer größer.

Beruf und Berufung mit Tradition

Ein Waidmann hört es nicht gerne, wenn ihm die Jagd als Hobby nachgesagt wird. Ein Hobby ist eine Sache mit der sich der Mensch mal beschäftigen kann und diese dann auch gerne für einige Wochen oder Monate ruhen zu lassen. In der grünen Zunft wird die Jagd sehr ernst genommen und somit auch die Verantwortung. Der Jagdhund zum Beispiel wird als Welpe gekauft. Der Hund kommt nicht mit bestandenen Prüfungen zur Welt – die benötigt er aber, um im jagdlichen Betrieb eingesetzt zu werden. Das bedeutet, dass der Jäger sehr viel Zeit für die Ausbildung investieren muss, damit sein Hund auch die Prüfungen besteht. Die Hundeausbildung ist eine besondere Freude, sie ist aber auch mit vielen Tälern, Mühen und zuweilen mit Tränen verbunden.

Prüfungen sind ein wichtiger Bestandteil

Ein Jäger der zusammen mit seinem Hund die Brauchbarkeitsprüfung besteht, ist immer sehr stolz. Es ist sogar so, dass viele Jäger den Jagdschein machen, um mit den Hunden die jagdliche Ausbildung durchführen zu dürfen.
Wenn hier der werdende Jagdhund wochenlang nicht gearbeitet wird, kann er natürlich auch keine Prüfungen bestehen. Um aber die tägliche Arbeit mit dem Hund neben Familie und Beruf durchführen zu können, bedarf es einem erheblichen Antrieb. Diesen Antrieb bezeichnen die Jäger als Passion. In der Jagd kommt das nicht nur bei den Hunden vor, sondern bei der aktiven Jagd auch beim Menschen. Welcher normale Mensch würde sich den nachts, bei Vollmond und bitterer Kälte, freiwillig für Stunden auf einen Hochsitz setzen, um dort darauf zu hoffen, ein Wildschwein erlegen zu können?

WIldfleisch - von Schweinbauch bis Rehrücken

Oft kommt die Wildsau nicht. Wie überall sind die Geschmäcker der Jäger sehr unterschiedlich und so werden auch die Passionen gelebt. Es gibt Jäger, die mehr Hecken und Bäume in ihren Revieren pflanzen, als es der Förster macht. Große Maßnahmen werden auf eigene Kosten durchgeführt, wie zum Beispiel das Anlegen von kleinen Teichen damit die Enten aber auch anderes Wild eine Verbesserung in diesem Revier bekommen. Diese Teiche werden zusätzlich viele weitere Tiere anziehen, die überhaupt nicht bejagt werden können. Das sind tolle Synergieeffekte. Der Jäger spricht von Hege. Andere Jäger sind begeisterte Köche und Esser. Sie wollen das beste Fleisch und wollen es dafür natürlich auch selbst erlegen. Die Verarbeitungsmöglichkeiten und der Kreativität, mit der hier Wild selbst zubereitet wird, übertrifft oft die von Profiköchen. Ein selbstgeräucherter Rotwildschinken oder der sehr zart zubereitete Rehrücken der so und solange mit der perfekten Marinade eingelegt worden ist... Köstlich!

Die Passion als Antrieb

Antrieb für die Passion ist der Beutetrieb. Sich als Jäger Mühe zu geben und zu überlegen, wo ein Hochsitz hingehört und wo es Sinn machen könnte bei bestimmten Wetter mit Erfolg zu jagen, bedarf einer langen und guten Planung. Das bedeutet der Jäger muss viel Wissen über das Verhalten von Wild und der Natur haben. Wie ist die Wildbiologie der unterschiedlichen Wildarten und was gilt es zu beachten. Der Erfolg bei der Jagd ist der Lohn für die Mühe. Jagd geht nie schnell und verbraucht immer sehr viel Zeit. Vielleicht ist sie gerade deswegen so ein wunderbarer Ausgleich für den Menschen der mittlerweile nur noch in den Betonburgen lebt und seine Zeit damit verschwendet in einen Bildschirm zu schauen.
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