Jaguar XF: Nur schön oder auch gut?

Der schicke Brite misst sich mit dem Audi A6 und dem BMW Fünfer - allesamt mit Dreiliter-Dieselmotoren

Der schicke Brite misst sich mit dem Audi A6 und dem BMW Fünfer - allesamt mit Dreiliter-Dieselmotoren.

Nach dem Start des XE im Sommer und dem Debüt des SUV F-Pace auf der IAA kommt nun das dritte Modell auf der Modular-Plattform: der XF. Und der legt sich gleich mit A6 und Fünfer an. Fahrer und Beifahrer integriert der XF tief auf kuscheligen Sesseln, wirkt dabei nicht eng, sondern kompakt. Startknopf, Drehwähler erscheint, D, Gas. Der 300 PS-Diesel büffelt mit seinen 700 Newtonmetern los, das Laderzögern überwandlert die Achtstufenautomatik, doch die Antriebsharmonie von Audi und BMW erreicht er nicht. Zudem selbstzündet der sparsame (8,3 l/100 km) V6 herber als die anderen. Die Einrichtung könnte ebenfalls liebevoller sein, Schaumstoffpolster an der Lenksäule und lieblose Plastikschalter passen nicht zur Preisklasse. Lenkpräzision und Komfort schon. Zwar rempelt der 1,9-Tonner mit optionalen 19-Zoll-Rädern harsch über kurze Unebenheiten, steckt lange aber beflissen weg – leer wie beladen. Doppelquerlenker-Vorderachse und Lenkung stammen vom F-Type, das merkt man.

Auftritt Audi A6 3.0 TDI Competition: vollendete Verarbeitung, viel Platz, brillant-wuchtiger Biturbodiesel (326 PS/650 Nm), serienmäßiger Allradantrieb, Adaptivdämpfer. Schnell und kompetent, aber irgendwie steril, was vor allem an der entkoppelt wirkenden Lenkung liegt. Und der BMW 535d? Sein Biturbo-Reihensechser mit 313 PS kombiniert Klang, Druck und Drehfreude, integriert dich enger ins Cockpit mit dem hervorragenden i-Drive-System, ohne dass es an Platz mangelte. Und dann fegt der Fünfer über verschlungene Landstraßen, mit brillanter Rückmeldung und Präzision in der direkten Lenkung, bleibt neutral, drückt mit dem Heck, angestachelt von der Wucht der 630 Nm. Auch Komfort hat er drauf. Mit Adaptivdämpfern kassiert er leer schlechte Straßen, neigt beladen aber zum Durchschlagen.

Am Ende siegt der sportive BMW vor dem zügigen, allradkompetenten Audi und dem eleganten Jaguar.

auto motor und sport Ausgabe 25/2015


Wir erklären Ihnen, wie Volvo bis 2020 Audi ärgern will, ob der neuen Range Rover Evoque es mit BMW X1 und Mercedes GLA aufnehmen kann, wie sich der Autopilot im Tesla Model S anfühlt. Überdies testen wir den Jaguar XF und genießen den Herbst bei einer Ausfahrt mit dem offenen Ford Mustang V8.

von Auto Motor und Sport
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