"Jetz´ isch grün": Die Kasperl-Ampel ist am Freitag in Betrieb genommen worden

Das neue Motiv der Ampel ist ganz dem echten Kasperl nachempfunden.

Seit Freitagmittag kann sich Augsburg neben Berlin und Mainz in die Kategorie „Städte mit eigenem Ampelmännchen“ einordnen. Die Kasperl-Ampel in der Spitalgasse wird künftig die Fußgänger zum Gehen auffordern – ganz nach Manier der Augsburger Puppenkiste.



Die Vorfreude steigt, immer mehr Passanten bleiben stehen, holen ihre Handys heraus und fotografieren die noch ganz gewöhnliche Fußgängerampel an der Kreuzung Milchberg zur Spitalgasse. Auftritt des Kasperl. Der Ehrengast ist höchstpersönlich erschienen, um die Inbetriebnahme seiner Ampel in Augenschein zu nehmen. Anfang Juli hat die Regierung von Schwaben die Umrüstung zur „Kasperl-Ampel“ genehmigt und dem Tiefbauamt grünes Licht gegeben. Jetzt sind die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen und das Geheimnis um das neue Kasperl-Motiv kann endlich gelüftet werden.

Um 13.05 Uhr ist es soweit: Josef Weber, Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Augsburg, winkt die zwei Arbeiter herbei, die auf beiden Straßenseiten das herkömmliche Ampelmännchen gegen das Augsburger Kasperl austauschen sollen.

Es beginnt leicht zu regnen, doch das stört den Enthusiasmus der Anwesenden nicht im Geringsten. Regenschirme werden aufgespannt und alle Augen sind gebannt auf die Geschehnisse gerichtet. Auf dem Gehweg warten geduldig einige Kinder der Kindertagesstätte St. Ulrich und Afra auf ihren Einsatz. Sie dürfen als erste – angeführt vom Kasperl natürlich – beim neuen grünen Signal die Straße überqueren.

„Aber auch immer schön warten, bis grün isch“

Der Leiter des Tiefbauamtes, Josef Weber, schaltet an einem Stromkasten die Ampel ein und die Kinder jubeln, als der grüne Kasperl zum ersten Mal zu sehen ist.

Der echte Kasperl aus Holz und Stoff waltet dann auch gleich seines Amtes und schlendert, mit den Kindern im Schlepptau, über die Straße. „Aber auch immer schön warten, bis grün isch“, sagt er und lacht.

„Die Kinder waren natürlich Feuer und Flamme“, erzählt eine Erzieherin der Kindertagesstätte, als sie gefragt wurden, ob sie die Ampel mit dem Kasperl zusammen einweihen würden. „Das ist ja aufregend und auch eine Ehre!“
Und auch sie wirkt ein kleines bisschen stolz, als sie mit ihren Schützlingen zusammen über die Straße schreitet.

Sobald die Ampel wieder auf Rot schaltet, ist aber immer noch das geläufige Standard-Ampelmännchen zu sehen. Im Falle eines Unfalls müsste nämlich sonst die Stadt Augsburg haften, da sie einen Austausch genehmigt hat.

Das Spektakel ist genauso schnell wieder vorbei, wie es begonnen hat. Die Schaulustigen zerstreuen sich, die Gruppe der Kindertagesstätte macht sich auf den Weg und der Kasperl kehrt in die Puppenkiste zurück. Nur die Kasperl-Ampel bleibt zurück und leuchtet vor sich hin. (ro)
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