Kampf gegen die Krähenplage

Die Stadt setzt auf Vergrämung. Noch bis Ende März geht Falkner Leo Mandelsperger mit seinen Greifvögeln gegen die Saatkrähen im Nogent-Park vor.

Nein, es sei nicht so einfach, die Saatkrähen aus dem Nogent-Park zu verscheuchen, stellt Peter Schindler vom Amt für Bürgerdienste der Stadt Gersthofen fest. Und so ist auch heuer wieder Falkner Leo Mandlsperger bis Ende März mit seinen Greifvögeln in der Grünanlage an der Brucknerstraße unterwegs, um die Balzzeit der Krähen zu stören.

Wie hartnäckig die Saatkrähen ihr Revier verteidigen, zeigt, dass die Aktion gegen die ungebetenen Gäste heuer bereits in die fünfte Runde geht.

Normalerweise ist es verboten, wildlebende europäische Vogelarten wie die Saatkrähen zu vergrämen. Doch die lautstarke Geselligkeit der Vögel, die im Nogent-Park und damit mitten in einem Wohngebiet leben, führte zu Konflikten mit lärmgeplagten Anwohnern. Hinzu kam, dass die Krähen reichlich Kot ausscheiden.

Nach zahlreichen Protesten suchte die Stadt schließlich nach Vergrämungsmöglichkeiten, um die Krähen zu bewegen, sich Nistplätze außerhalb des Stadtzentrums zu suchen. Der frühere Bürgermeister Jürgen Schantin rückte einst sogar mit der Tuba an, um mit lauter Blasmusik die unerwünschten Tiere aus dem Park zu verscheuchen. Doch auch das half nichts.

Schließlich wurde die Stadt auf den Falkner Leo Mandelsperger aufmerksam, der mit seinen Greifvögeln in Meitingen erfolgreich gegen die dortige Krähenplage vorging. Die Kommune erhielt 2011 von der Höheren Naturschutzbehörde erstmals die Genehmigung, eine Vertreibung der Saatkrähen durchzuführen. Mandelspergers Ziel war es fortan, den Park von den bisherigen Dauermietern freizuhalten und die brutwilligen Vögel in das ihnen zugedachte Ersatzquartier beim Hery-Park zu verdrängen.

Raus aus dem Wohngebiet


Leo Mandlsperger aus dem oberbayerischen Egenburg besitzt auf seinem Gebiet außergewöhnliche Fähigkeiten. Experten bezeichnen die Koryphäe weltweit als einen der erfolgreichsten Falkner. Die von ihm trainierten Tiere stehen auf der Wunschliste Jagdsport treibender Scheichs ganz oben.

Die Ansiedlung von Saatkrähen im Nogent-Park geht bis auf das Jahr 2003 zurück. Von da an nahmen die Nester kontinuierlich zu. 2009 registrierte die Stadt dort 49, im Jahr darauf schon 84 Nester.

Bereits die erste Vergrämung brachte Erfolg. 2011 konnte der Falkner die Nester fast auf die Hälfte des Vorjahrs zurückfahren. 2012 nahmen die Nester trotz Vertreibung geringfügig wieder zu. In den beiden darauf folgenden Jahren blieben die Brutstätten im Nogent-Park konstant auf 23. Da die Stadt allerdings die Saatkrähen gänzlich aus dem Wohngebiet haben will, erfolgt auch heuer eine Vergrämungsaktion.

Erfolgreich sei der Einsatz von Falkner Mandelsperger mit seinen Greifvögeln bisher allemal gewesen, resümiert Peter Schindler von der Stadt .Es sei im Nogent-Park eine deutliche Verringerung der Nester gegenüber der Vergangenheit festzustellen. Ersatzquartiere haben sich die Saatkrähen mittlerweile im Industriegebiet westlich der B2 an der Dieselstraße, an der Beethovenstraße, im Hery-Park bei Kuka und auch im Wäldchen beim Bahnhof gefunden. Hier seien sei toleriert, teilt Schindler mit. Eine Genehmigung zur Vergrämung in Industriegebieten gebe es nicht.
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