Kein Erstaufnahme-Domizil

Das Landratsamt winkt ab. Die Mehrzweckhalle an der Feldstraße steht wegen ungenügendem Brandschutz nicht als Domizil für Flüchtlinge zur Diskussion.

Die Diskussion um die Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft in der Mehrzweckhalle an der Feldstraße ist ausgestanden. Das Landratsamt in Dillingen verzichtet auf eine Nutzung des Gebäudes für die Erstaufnahme von Asylbewerbern. Dies sei das Resultat einer Ortsbesichtigung und einer eingehenden Prüfung der Voraussetzungen, teilt das Landratsamt mit.

Ausschlaggebend für die Entscheidung war der für die Erstaufnahme von rund 60 bis 70 Flüchtlingen nicht genügende Brandschutz. Für eine Nachrüstung wären hohe Kosten angefallen, so die Behörde in einer Medienmitteilung. Unabhängig davon hätte die Halle für eine Erstaufnahme eine vergleichsweise geringe Aufnahmekapazität geboten. Für das Landratsamt wichtige Gründe, trotz des anhaltend hohen Zustroms an Flüchtlingen, von einer Nutzung der Mehrzweckhalle als Erstaufnahme Abstand zu nehmen.

Die Pläne, in dem Gebäude eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten, hatten in der Großgemeinde heftige Diskussionen ausgelöst. So fassten die Anwohner der Halle eine Unterschriftenaktion ins Auge. Sie beklagten massiv, dass sie als Anrainer nicht oder nur unzureichend informiert worden seien.

Gleichzeitig monierten Kritiker die Sanitäranlagen in der Mehrzweckhalle als unzureichend. Etliche sahen auch den sozialen Frieden im Zusammenhang mit dem benachbarten Kindergarten gestört. Für eine Erstaufnahme-Unterkunft von Asylbewerbern würde sich zudem die Riedblickhalle besser eignen, meinten wiederum andere.

Nicht der Problematik entziehen


Bürgermeister Norbert Beutmüller verteidigte dagegen im Vorfeld den einstimmig gefassten Gemeinderatsbeschluss, dem Landratsamt die Halle als Sammelunterkunft für Flüchtlinge anzubieten. Buttenwiesen wolle und könne sich nicht der Flüchtlingsproblematik entziehen, hieß es von seiten der Gemeindevertreter, die gleichzeitig bei den Bürgern um Solidarität warben.

Im Gegenzug appellierte die Gemeinde an den Landkreis, dass weitere Unterbringungen von Asylbewerbern vor Ort nur erfolgen, wenn die anderen Kommunen in der Region vergleichbar ausgelastet sind. Rathauschef und Gemeinderat waren davon überzeugt, dass sich mit der Nutzung der Mehrzweckhalle die geringsten Einschränkungen für Vereine und Bevölkerung ergeben würden.


Nicht überschaubare Herausforderungen


Landrat Leo Schrell dankte dem Hilfsangebot aus Buttenwiesen. Bürgermeister Norbert Beutmüller und der Gemeinderat hätten Aufgeschlossenheit und Bereitschaft gezeigt, das Landratsamt bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation zu unterstützen. Weiter betonte Schrell, dass neben der Aufgabe der Erstaufnahme vor allem die Anschlussunterbringung in den bevorstehenden Monaten eine noch nicht überschaubare Herausforderung darstellen werde. (spr)
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