Kirche trifft Kunst: Evangelischer Kirchentag und Lange Kunstnacht stehen heuer unter dem Motto Freiheit

„Heinz baut“: Mit Hilfe von 50 Holzstangen knüpft und klettert Künstler Julian Bellini dem Himmel entgegen. (Foto: Traberproduktion)

Losgelöst von allen beengenden Fesseln soll die Lange Kunstnacht 2017 sein: Sie findet am Samstag, 24. Juni, unter dem Motto Freiheit statt und verbindet sich damit zeitlich und inhaltlich mit dem Fest der Freiheit zum Evangelischen Kirchentag am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Juni. Im Zuge beider Veranstaltungen sind in der Innenstadt zahlreiche Projekte, Bühnenprogramme und Aktionen geplant.

Das Evangelisch-Lutherische Dekanat möchte mit dem Fest der Freiheit das 500. Jubiläum der Reformation feiern und startet am Samstag um 16 Uhr mit einer Gasse der Freiheit, die sich mit 69 Ständen und drei Bühnen von der Annastraße bis zum Rathausplatz erstreckt. In den vielen Buden wollen sich evangelische Gemeinden und Einrichtungen vorstellen, außerdem soll es verschiedene Mitmachaktionen geben. „Wir möchten mit den Menschen ins Gespräch kommen, gerne auch mit den kritischen“, betont Stadtdekanin Susanne Kasch.
Den Übergang zur Langen Kunstnacht markiert ein Mitsing-Projekt für alle: 2017 Sänger sollen im Reformationsjahr 2017 um 19.15 Uhr auf dem Rathausplatz zusammenkommen und passend zum Motto das Lied „Die Gedanken sind frei“ singen.

Musik, Literatur, außergewöhnliche Spielorte

Ab 19 Uhr beginnt dann offiziell die Lange Kunstnacht. An mehr als 50 Spielorten bieten sich den Besuchern Orchesterkonzerte, Kammermusik, Liedprogramme, literarische Beiträge und Ausstellungen. Die fünf Sänger des Iso-Polyphonic Choir aus Albanien etwa erzählen um 20 und um 21.30 Uhr im Goldenen Saal mit meditativen Tönen Geschichten von Armut, Stolz und Unterdrückung aus ihrem Heimatland. Der iso-polyphone Männergesang gehört seit 2005 zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe. Aber auch mittelalterliche Musik erwartet die Besucher: Das Ensemble für Frühe Musik spielt um 22 Uhr in der Staatsgalerie in der Katharinenkirche Kreuzzugslieder mittelalterlicher Liedermacher zur Befreiung Jerusalems.
Neben Musik erwarten die Besucher auch literarische Programmpunkte. Hassan Ali Djan berichtet um 19.15 und um 20 Uhr in der Kresslesmühle von seiner Flucht aus Afghanistan. Stefan Schön liest um 21.30 und um 22.15 Uhr im Schaezlerpalais aus dem Plädoyer für die Freiheit von Bundespräsident Joachim Gauck, der in seinen Reden als Bundespräsident immer wieder auf die Unfreiheit in der DDR aufmerksam gemacht hat.
Auch außergewöhnliche Spielorte soll es während der Kunstnacht geben. So können Besucher in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt in der Karmelitengasse erspüren, was Freiheitsentzug bedeutet.

"Heinz baut"

Unter dem Namen „Heinz baut: Eine himmlische Sondierbohrung nach Erkenntnis“ findet außerdem auf dem Elias-Holl-Platz ab 19 Uhr ein besonderes Projekt statt: Julian Bellini bewegt sich mit Hilfe von 50 Holzstangen, die er aneinander knüpft, in schwindelerregende Höhen.

Gottesdienste und Picknick

Ausklingen lassen können die Besucher die Lange Kunstnacht ab 0 Uhr im Jazzclub Augsburg, der Golden Glimmer Bar, dem Thalia Kaffeehaus oder der Soho Stage.
Das Fest der Freiheit des Evangelischen Dekanats geht dann am Sonntag um 10 Uhr mit einem Open-Air-Gottesdienst auf dem Rathausplatz und einem Familiengottesdienst in der Kirche Heilig Kreuz weiter. Um 12 Uhr findet ein gemeinsames Picknick mit mitgebrachten Speisen auf dem Rathausplatz statt. Um 21 Uhr wird Patrick T. Schäfers Oper „Letzte Nacht“ in der St. Anna Kirche aufgeführt.

n Der Vorverkauf für die Karten für die Lange Kunstnacht hat bereits begonnen. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und online unter www.langekunstnacht.de. Hier finden Interessierte auch weitere Informationen zum Programm.
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