Kö-Umbau: Jetzt beginnt die heiße Phase

Die Operation am offenen Herzen geht in die heiße Phase: Ab Dienstag, 20. März, legen die Umbauarbeiten das Umsteigedreieck am Königsplatz lahm. Wer mit Bus oder Straßenbahn durch die Fuggerstadt fahren will, muss den Ersatzplan studieren. Lediglich für Autofahrer gilt noch eine Schonfrist bis 10. April, dann müssen auch sie umdenken.


Einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie sich der Umbau anfühlen könnte, bekamen die Augsburger schon am heutigen Montag. Weil der Lückenschluss zum Manzù-Bogen erfolgte, war der Verkehr am Kö – zumindest in den Morgenstunden stark beeinträchtigt: Ersatzbusse waren überfüllt, Trams verspäteten sich und die Straßen rund um den Königsplatz waren immer wieder verstopft.

Doch bei den Stadtwerken ist man bislang mit dem Verlauf der Umstellung zufrieden. Geschäftsführer Norbert Walter hatte bereits angekündigt, dass der Start des Ersatzplans in den ersten Wochen holprig werden könnte, „schließlich setzen wir von einem Tag auf den anderen ein zwar theoretisch berechnetes, aber in der Praxis nicht erprobtes neues Netz um, eine Herkulesaufgabe.“

Tatsächlich ändert sich mit dem heutigen Tag der öffentliche Nahverkehr in Augsburg grundlegend. Wichtigstes Element des Ersatzplans ist die Verlegung des zentralen Knotenpunkts an den Moritzplatz, der nur mit einigem Aufwand in diese Rolle gezwängt werden konnte. Dort ist auch das Kundencenter der Stadtwerke Augsburg mit allen Serviceleitungen rund um den Nahverkehr untergebracht.

Die wohl größte Umstellung für alle Straßenbahnbenutzer ist das vorläufige Ende des Fünf-Minuten-Takts. Weil der gesamte Tramverkehr über die Maximilianstraße abgewickelt wird und diese Strecke nicht für ein so dichtes Verkehrsaufkommen ausgelegt ist, haben sich die Stadtwerke entschieden, auf einen 7,5-Minuten-Takt umzustellen. Lediglich auf den Ästen der Straßenbahnlinien 1 aus Göggingen und 3 aus Stadtbergen/Pfersee bis zum Königsplatz bleibt der Fünf-Minuten-Takt, denn hier fahren statt der Trams Ersatzbusse. Für die Linie 2 ändert sich kaum etwas, sie fährt weiterhin von Augsburg-West nach Haunstetten Nord, allerdings über die Maximilianstraße zum Roten Tor. Neu ist die Linie 13, die die Linienäste 1 von Lechhausen und 3 von Haunstetten-West am Moritzplatz zu einer durchgängigen Linie verknüpft. Das gleich gilt für die Linien 6 von Friedberg-West und 4 von Augsburg-Nord die zur Linie 64 verschmelzen.

Bei den Buslinien ändert sich weniger. Die Linie 32 fährt statt über die Maximilianstraße künftig über die Haltestelle Rotes Tor und die Linien 33 und 41 fahren nur noch bis Rotes Tor, um Überlastungen der Strecken in der Innenstadt zu vermeiden. Neu ist die Linie 42, die im 30-Minuten-Takt die Stadtteile Pfersee und Göggingen verbindet.
Für Autofahrer beginnt das Verwirrspiel am Königsplatz erst ab dem 10. April, wenn der Kaiserhofknoten gesperrt ist. Bis Mitte November ist dann die Kreuzung Schaezler-, Halder-, Hermann- und Schießgrabenstraße sowie die Schaezlerstraße Süd und die Schießgrabenstraße selbst gesperrt.

Die kurze Bahnhofstraße leitet als Einbahnstraße den Verkehr von der Schaezlerstraße auf die Konrad-Adenauer-Allee. Die Konrad-Adenauer-Allee, derzeit nur in Richtung Theater befahrbar, ist ab 10. April in beide Richtungen für den Verkehr freigegeben. Möglich wird dies, weil die Straßenbahntrasse asphaltiert wird und so zwei zusätzliche Fahrspuren entstehen.

Der Ersatzplan der Stadtwerke dauert voraussichtlich bis Ende 2013, dann kann das neue Umsteigedreieck seinen Dienst aufnehmen – und beweisen, dass es den ganzen Ärger über Verspätungen, Staus und längere Laufwege wert war.

Informationen zum Umbau gibt es auch im Internet unter www.stadtwerke-augsburg.de und im Kundencenter am Moritzplatz.
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