Kommt hier der beste Audi A4 aller Zeiten?

Rundum verbessert trifft der Audi A4 3.0 TDI auf den BMW 330 D, beide mit Sechszylinder-Diesel.


Es ist schon so etwas wie das ewige Duell: Audi A4 gegen BMW Dreier. Früher der Glaubenskampf des Vorderrad- gegen den Hinterradantrieb, heute noch der erbitterte Zweikampf der bayrischen Erzrivalen. Mercedes bleibt da fast ein wenig außen vor, so wie bei diesem Vergleichstest: Für die C-Klasse gibt es keinen starken Sechszylinder-Diesel mehr. Eigentlich schade, denn die beiden Dreiliter in diesem Vergleich wuppen 560 (BMW) respektive 600 Newtonmeter Drehmoment, schieben die rund 51 000 Euro teuren Limousinen in rund fünf Sekunden auf 100 km/h und kommen dennoch mit rund sieben Litern Diesel klar. Sparsam gefahren reichen dem Audi 6,2 Liter, dem BMW mit seinem regelrecht sportlich drehfreudigen Aggregat gar 5,3. Was auch an dessen um fast 140 Kilogramm geringeren Gewicht liegt. Allerdings wird man den Eindruck nicht los, dass dies auch mit der sicht- und fühlbar mäßigeren Verarbeitung zusammenhängt. Beim Thema Materialanmutung speziell im Cockpitbereich sieht der Dreier gegen den A4 keine Sonne.

Auffällig bei ihm: das sehr gut ablesbare TFT-Display, das wesentlich mehr Variationen zulässt als die konventionellen Rundinstrumente des BMW. Beim Bremsen herrschen ebenfalls klare Verhältnisse. Hier steht der Audi aus Tempo 100 nach 33,8 Metern – das ist Sportwagen-Niveau. Im Gegensatz zu Lenkung und Handling, die ein synthetisches Gefühl, mit relativ wenig Rückmeldung vermitteln. Der BMW gibt sich lebhafter, federt etwas straffer, jedoch akkurater. Seine präzise Lenkung zeigt dem Piloten genau, wo er steht. Überraschenderweise kann der Audi also beim Federungskomfort – speziell beladen – nicht davonziehen. Und das, obwohl BMW den Dreier beim kürzlich erfolgten Facelift bewusst auf dynamisch-straff trimmte. Straff auch seine Rückbank, auf der ähnlich ordentliche Platzverhältnisse wie beim Audi herrschen. In Summe der Eigenschaften kann der A4 den Dreier am Schluss dennoch knapp hinter sich lassen.

auto motor und sport Ausgabe 24/2015


In diesem Heft erklären wir Ihnen ausführlich, wie der umfangreich modellgepflegte Porsche 911 mit seinen neuen Turbomotoren fährt, liefern Vergleichstests mit Jaguar XF, Range Rover Evoque und Honda HR-V, zeigen die schrägsten Modelle und Studien der Tokyo Motor Show

von Auto Motor Sport
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