Konkreter Blick in die Zukunft

Die Schülerinnen hörten den Vorträgen der Eltern aufmerksam zu. Foto: Angelika Lonnemann, Stetten-Institut Augsburg


Manche Schüler wissen schon ganz genau, was sie einmal nach der Schule machen wollen. Zum Beispiel die 17-jährige Anne, die will auf jeden Fall einmal Physik studieren. Beim Berufs- und Studieninfo-Abend am Stetten-Institut hat sie an drei Workshops teilgenommen: medizinische Strahlentherapie, Pharmazie und Kommunikationsdesign. "Alle Workshops waren interessant und haben Lust gemacht, den Beruf einmal auszuüben. Aber die Strahlentherapie hat mich am meisten begeistert, weil das viel mit meinem Lieblingsfach zu tun hat", sagt Anne, die in die 11. Klasse des Stetten-Gymnasiums geht. Ihre Freundin Anna fand den Workshop von Melanie Mayr über den Beruf der Bundeszollbeamten am interessantesten: "Ich hatte bisher keine Vorstellung von diesem Beruf, jetzt finde ich das eine tolle Möglichkeit für mein späteres Berufsleben".

24 Eltern von Stettenschülerinnen stellten in rund halbstündigen Workshops dreimal nacheinander ihren Beruf vor, darunter einerseits akademische Berufe wie Architektin, Ärztin, Juristin oder Bauingenieurin. Aber auch für die Realschülerinnen gab es jede Menge interessanter Informationen, so etwa wurden die Berufe MTA, OP-Krankenschwester, Polizistin und Berufe rund um Hotel und Gastronomie vorgestellt. Auch eine Journalistin, eine Regisseurin und eine Psychologin erzählten von ihrem Werdegang und ihrem Arbeitsalltag. Die Vereinbarkeit des jeweiligen Berufs mit Familie war ebenfalls ein Thema, über das gesprochen wurde. So berichtete etwa die Regisseurin Regina Stahl, dass sie anfangs nachdem sie Kinder hatte, in Agenturen ihre Mutterschaft ganz bewusst verschwiegen hat, aus Angst, sonst keine Aufträge mehr zu bekommen.

Die teilnehmenden Eltern und Workshopleiter waren hinterher ganz angetan vom Interesse der Schülerinnen. "Das war total nett, die Mädchen hatten viele Fragen und ich hätte gerne noch länger von meinem Beruf erzählt", so etwa die Juristin Melanie Haisch. Der Polizeihauptkommissar Stefan Buchner ist alle mitgebrachten Flyer losgeworden und berichtet, dass viele Schülerinnen nach Praktikumsplätzen bei der Augsburger Polizei gefragt hätten.

"Das war ein schöner Abend mit einem lebendigen Austausch, der durch das Engagement unserer Eltern möglich wurde", resümiert Barbara Kummer, die Schulleiterin des Stetten-Instituts. Organisiert hat den Informationsabend, der alle zwei Jahren im Stetten stattfindet, ein Lehrerteam, darunter auch Tobias Zscherper, Studienrat für Wirtschaft, Recht und Geographie. "Viele Schülerinnen wissen noch gar nicht, wohin es beruflich einmal für sie gehen soll. Hier wollen wir konkrete Beispiele geben. Bei den teilnehmenden Eltern haben wir darauf geachtet, dass wir ein möglichst breites Spektrum an Berufen vorstellen konnten", so Zscherper. (pm)
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