Kritik am Fuggerexpress: Das hat die Bahn geändert

Flott unterwegs: Bis zu 160 Kilometer pro Stunde sind die Triebwagen des Fuggerexpresses schnell. Derzeit werden auch etwas langsamere Dieselloks eingesetzt, weil bei Teilen der Elektrotriebzüge die Motoren ausgetauscht werden müssen. Foto: David Libossek

Der Fuggerexpress ist die wichtigste Zugverbindung zwischen Augsburg und München. Zuletzt wurde die Linie hart kritisiert. Die Bahn will nun einige Verbesserungen vornehmen.

Enge, fehlende Gepäckablagen und selten nutzbare Toiletten machten den Fahrgästen des Fuggerexpress' zu schaffen. Noch dazu hapert's an der Pünktlichkeit. Die Bahn hat daher Einiges unternommen und sieht die Weichen in eine bessere Zukunft gestellt.

Wenn fast jeder zehnte Zug einer Linie binnen eines Jahres zu spät dran ist, dann ist das "sehr ärgerlich". Das sagt Bärbel Fuchs. Sie ist die Leiterin der DB-Regio Allgäu-Schwaben. Ausgerechnet den jährlich von 13,4 Millionen Passagieren frequentierten Fugger-Express hatte es besonders in der zweiten Hälfte des Vorjahres so richtig erwischt.

Nicht nur die Lokführer-Streiks bereiteten der Bahn Kopfzerbrechen. Gleich mehrere Elektrotriebzüge waren komplett ausgefallen. Ein technischer Defekt, der so auf der sechs Jahre jungen Linie nicht hätte passieren dürfen. Er legte die Züge teils mitten auf der Strecke lahm. Die Motoren müssen nun nach und nach getauscht werden. Die Bahn hat mit Ersatzfahrzeugen reagiert, Fuchs sagt, man wolle in der Hauptverkehrszeit keine Ausfälle mehr verzeichnen. Dafür habe man auch den Fahrplan angepasst.

Zudem setzt die Bahn in den Stoßzeiten doppelstöckige Waggons ein, um die Kapazität zu erhöhen. Das komme bei den Fahrgästen gut an, berichtet Fuchs.

Die Reisenden waren im Fuggerexpress ohnehin leidgeprüft. Die Züge standen immer wieder in der Kritik. So wurde etwa die Enge angeprangert. Dieser habe die Bahn durch eine neue Verteilung der Sitze entgegengewirkt, sagt Fuchs. Geräumiger sei es auch, weil die Gepäckablagen - auch das hatten zahlreiche Fahrgäste moniert - nun auch in den höher gelegenen Abteilbereichen durchgängig seien.

Ein weiteres leidiges Thema waren die Bordtoiletten. Es sei schon vorgekommen, dass in einem Zug zwei stille Örtchen nicht nutzbar gewesen seien, gibt Fuchs zu. Das habe daran gelegen, dass die elektrischen Türen sich schnell ausgehängt hätten. Die Toiletten selbst arbeiten laut Fuchs "nun stabiler", was sie nicht weiter kommentieren wollte.

Auch die Frage des Papiers ist geklärt. So löste sich das bisher genutzte Toilettenpapier im Wasser bislang nicht auf. Das führte zu Verstopfung. Nun habe man sich für eine andere Sorte entschieden, "wobei ich an die Fahrgäste appelliere, trotzdem kein Papier in die Kloschüssel zu werfen", sagt Fuchs, die ergänzt, dass auch die oft unaufhörlich tropfenden Seifenspender jetzt nur auf Anfrage ihren Dienst tun.

Für das angelaufene Jahr gibt Fuchs das Ziel aus, die Pünktlichkeit auf 95 bis 96 Prozent zu verbessern. Das sei auf einer so vielbefahrenen Strecke ambitioniert genug. Man spüre eben den Fernverkehr, der immer Vorfahrt hat. Auch der Güterverkehr wirke sich auf den Fuggerexpress aus sowie viele Bauarbeiten.

Die stehen auch zeitnah am Augsburger Hauptbahnhof an, der ausgebaut werden soll. "Wir werden wohl recht kurzfristig entscheiden müssen, was wir wie machen", befürchtet Fuchs. Signale müssten versetzt werden, Bahnsteige verlegt. Auch, dass Busse bestimmte Züge ersetzen werden, schließt sie nicht aus. "Sobald die Pläne stehen, werden wir einen Umbau-Fahrplan erstellen", kündigt sie an.

Auch die Lokführer sollen mehr werden. Zwar hätten im Raum Augsburg in den vergangenen Jahren jeweils zwischen sechs und acht junge Menschen die dreijährige Ausbildung zum Triebfahrzeugführer absolviert und auch externe Lehrlinge würde rekrutiert "doch das reicht nicht aus", sagt Fuchs.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.