Kritiker bleiben hart

Theatersanierung: Kritiker bleiben hart. Die Kritiker der Theatersanierung weisen das Angebot der Stadt zurück. Sie beharren auf ihrer Position und fordern weiterhin einen vorläufigen Stopp der Sanierung. Foto: Archiv

Die Kritiker der Theatersanierung weisen das Angebot der Stadt zurück. Sie beharren auf ihrer Position und fordern weiterhin einen vorläufigen Stopp der Sanierung.

In einem Offenen Brief hatten Kulturschaffende und ihnen nahe stehende Personen gefordert, die Sanierung des Theaters auf Eis zu legen. Die Öffentlichkeit müsse in ein Konzept für die Spielstätte eingebunden werden. OB Kurt Gribl nahm die Kritk ernst und suchte zügig das Gespräch. Er wähnte sich schon auf einem guten Weg der Verständigung, als er nach einem ersten Gespräch mit Vertretern der Sanierungskritiker eigene Vorschläge vorlegen konnte. Ein offener Bürgerdialog über die Zukunft des Theaters soll sicher stattfinden - extern moderiert und unter Einbeziehung aller Kulturakteure.

Offenbar war man sich im Rathaus der Sache sehr sicher und plante schon für den 3. Juli ein Treffen, bei dem der Bürgerdialog vorbesprochen werden sollte. Doch am Freitag folgte die etwas brüske Absage der Kritiker per Pressemitteilung. "Das von der Stadt vorgeschlagene Abstimmungsgespräch bezüglich des Bürgerdialogs am 3. Juli ist ohne Rücksprache mit den Unterzeichnern terminiert worden und für uns zu kurzfristig angelegt, weshalb wir daran nicht teilnehmen können."

Überhaupt ist man in den Reihen der Unterzeichner des Offenen Briefes nicht zufrieden mit den Angeboten der Stadt. Zwar begrüßen die "Unterzeichner" "ausdrücklich den Auftakt zu einer Diskussion um ein ,Theater der Zukunft' und die beabsichtigte Festschreibung des Ergebnisses in einem Kulturentwicklungsplan". Aber: "Die Vorschläge der Stadtregierung nehmen keine weitere Forderung des Offenen Briefes auf." Dass sich die Stadtregierung auf ein Drei-Sparten-Haus und die Sanierung des Großen Hauses gemäß des Vorplanungsentwurfs festlegten, sei ein "offener Diskurs und eine unvoreingenommene Konzeptentwicklung unmöglich", so die Kritiker.

Sie halten deshalb an ihren bisherigen Forderungen fest und wollen, dass die Planungen für mindestens ein halbes Jahr ausgesetzt werden. Weiter soll die politische Verantwortung benannt werden - "bisher und zukünftig".

Mit einer "qualifizierten Bürgerbeteiligung" wollen die Kritiker einen Neustart des Projekts. Außerdem schwebt ihnen ein Expertendiskurs als "nationales Pilotprojekt" vor. Die inhaltliche Ausrichtung des Theaters soll per "offenem Konzeptwettbewerb" gefunden werden.

Einig sind sich Stadtregierung und Sanierungskritiker sicher im letzten Punkt des Forderungskatalogs: Es muss "ein zukunftsfähiges, transparentes und tragbares Finanzierungskonzept" gefunden werden.

Ob sich die Stadt auf den Planungsstopp einlassen wird oder vielmehr kann, ist fraglich. Der Leidensdruck beim Theater ist enorm, die Sanierung muss möglichst bald beginnen.
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