Kurzweilig und inklusiv: Die Theatergruppe der „Unglaublichen“

Szene aus "Die unglaubliche Leiche", bei der sie, die Leiche der Polizei helfen muss, den Täter zu finden. Foto: Caritas Augsburg/Bernhard Gattner.

Junges Theater Augsburg und Menschen mit Beeinträchtigungen brachten szenisches Theater auf die Bühne

Augsburg, 27.04.2017 (pca). Wer erfahren wollte, wie Kulturschaffende das Miteinander von Menschen unterschiedlichster Eigenschaften auf die Bühne bringen und damit Zuschauer so selbstverständlich kurzweilig unterhalten können, der hätte Gast beim Schauspiel der „Unglaublichen“ sein müssen. Menschen mit Beeinträchtigungen aus dem Bereich Wohnen und Offene Hilfen der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH – Behindertenhilfe spielten auf der Bühne des Pfarrsaals der katholischen Pfarrgemeinde St. Georg ein abwechslungsreiches szenisches Theater.

Ein Gast zeigte sich besonders begeistert: Ronald Miller, Gesamtleiter des Bereichs Wohnen und Offene Hilfen der CAB: „Wir haben so viele Schauspielertalente bei uns, hatten aber bislang kein Theaterprojekt“, sagte er zu Beginn der Aufführung. Als Tanja Blum vom Fachdienst für Freizeit, Kultur und Bildung, die Fäden zum Jungen Theater Augsburg mit Erfolg geknüpft hatte, „da zeigten unsere Bewohnerinnen und Bewohner ein breites Grinsen und ein fröhliches Strahlen auf ihrem Gesicht.“ Für Miller ist Kultur „der beste Weg, auf dem die Menschen zusammen kommen können und gute Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden“. „Die Unglaublichen“, wie sich die Theatergruppe schließlich selbst benannte, sind deshalb in seinen Augen nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Inklusion, sie würden auch Inklusion lebendig machen.

Intensive Vorbereitung

Viele Male hatten sich die 12 Schauspielerinnen und Schauspieler zur Probe getroffen. Volker Stöhr, Leiter und Regisseur des Jungen Theaters Augsburg, sowie seine Mitarbeiterin, die Theaterpädagogin Sera Fellin, begleiteten die Theatergruppe, regten an, ermutigten, weckten Zutrauen und griffen Ideen auf. Mit dabei als Ehrenamtliche war Eva Neumann, die für sich nicht nur was Neues ausprobieren wollte, sondern auch viel Spaß an der Theaterarbeit hatte. Stöhr hatte die Emotionalität in der Gruppe begeistert. „Diese Kreativität hat uns wirklich manchmal überrascht.“

Bunter Mix und Lacher im Publikum

45 Minuten spielten „die Unglaublichen“ schließlich auf der Bühne ein Wechselspiel von unterschiedlichen Szenen. „Die wahre Geschichte vom Rotkäppchen“ wurde gefolgt vom Szenenspiel „Mein Hut hat drei Ecken“ über die Schwierigkeiten beim Verkauf von Hüten an einen eigensinnigen Mann. Das Interview zur „Silberhochzeit“, die „Verhexte Verkäuferin“, die Geschichte vom „Strafzettel“, bei dem ein Unbeteiligter wegen derber Besserwisserei zusätzlich verwarnt wurde, und der Kurzkrimi „Die unheimliche Leiche“, die selbst der Polizei bei der Aufklärung des Verbrechens hilft, brachten die rund 100 Zuschauerinnen und Zuschauer immer wieder zum Lachen.

Kreativität und Spontaneität

Blum und Miller, die ja die Bewohnerinnen und Bewohner schon länger kennen, zeigten sich selbst überrascht, wie viel Kreativität und Spontaneität die „Unglaublichen“ auf die Bühne brachten. „Ich bin wirklich wahnsinnig stolz“, sagte Miller. Auch Stöhr und Fellin strahlten über beide Ohren. „Das viele Proben hat sich also wirklich gelohnt.“ Am Ende sammelten die „Unglaublichen“ noch Spenden. „Wir wollen schließlich weiter Theater machen“, sagte Maria Hütter und Tanja Greisel, Schauspielerinnen bei den „Unglaublichen“.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.