Landtagsfraktion der Grünen kritisiert AKW-Betreiber: Anlage in Gundremmingen soll unzulässig viel Strom eingespeist haben

Die Reaktoren des Kernkraftwerkes Gundremmingen wären bewusst überheizt worden - so lautet der Vorwurf der Grünen gegenüber den Betreibern, der RWE. (Foto: Archiv)

Die Fraktion der Grünen im Bayerischen Landtag wirft den Betreibern des Atomkraftwerkes Gundremmingen vor, die Reaktoren des größten Kernkraftwerkes Deutschlands innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahre "regelrecht überheizt" zu haben. So äußert sich der Grünen-Energieexperte Martin Stümpfig gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Die RWE, der Energiekonzern hinter Gundremmingen, weist diesen Vorwurf zurück: Es handele sich lediglich um ein Problem mit den Zahlen.

Die Zahlen besagen Folgendes: Mehrfach habe das Kernkraftwerk die zulässige Megawatt Leistung überschritten.

Diese liege den Grünen zufolge bei 1284 Megawatt - doch gab es nach eigenen Angaben des Energiekonzerns RWE zum Teil Einspeisungen ins Stromnetzwerk von 1535 Megawatt. Auf einer Transparenzseite sind diese Zahlen einsehbar.

Vorwurf der Grünen: Untätigkeit trotz offensichtlicher Probleme

Die Grünen kritisieren, dass trotz dieser Zahlen keine Maßnahmen ergriffen worden sind. Der Atomaufsicht werfen sie Untätigkeit vor, da die Zahlen offensichtlich fehlerhaft seien. Dem entgegnet ein Sprecher des Atomkraftwerkes, dass an einer IT-Formel gefeilt werde, damit die Daten mit der tatsächlichen Lage übereinstimmen. Denn die Berechnung sei dadurch erschwert, dass anteilig die Stromabnahmen der Betreiber einfließen. Neben der RWE ist dies die Preußen-Elektra, bei der größere Schwankungen vorliegen.

"Die beiden Reaktoren sind auch in den zurückliegenden Monaten zu jedem Zeitpunkt im Rahmen der atomrechtlich genehmigten Vorgaben betrieben worden", beharrt ein Sprecher der Kraftwerks gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Auch das Umweltministerium stützt diese Aussage.

Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender des Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, sieht darin keine Entschuldigung: "Wenn AKW-Betreiber nicht rechnen können – dann können sie auch nicht für unsere Sicherheit sorgen."

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