Lechwerke-Bilanz: Wende, Trassen, Zahlen

Energiewende, Stromtrassen, Fusion von Stadtwerken und Erdgas Schwaben: Die Bilanz-Bekanntgabe der Lechwerke (LEW) hatte mehr als nur nackte Zahlen zu bieten. Auch wenn die Fusions-Debatte nicht kommentiert wird, ist davon auszugehen, dass sie ein großes Thema im Unternehmen ist. Windrad, Windpark Scheppacher Forst 61 Prozent des Stroms der beim Verbraucher ankommt, stammt bei den Lechwerken aus erneuerbaren Energien, beziffert das Unternehmen seinen Beitrag zur Energiewende. Foto: simonographie - Fotolia

Energiewende, Stromtrassen, Fusion von Stadtwerken und Erdgas Schwaben: Die Bilanz-Bekanntgabe der Lechwerke (LEW) hatte mehr als nur nackte Zahlen zu bieten. Auch wenn die Fusions-Debatte nicht kommentiert wird, ist davon auszugehen, dass sie ein großes Thema im Unternehmen ist.

"Wir konzentrieren uns auf unsere Aufgaben", kommentierte Markus Lipther die mögliche Fusion der Energiesparte der Stadtwerke Augsburg (swa) mit Erdgas Schwaben. Kein Kommentar zu Dingen, die "nicht in unserer Entscheidungsgewalt liegen". Das sich das Lechwerke-Vorstandsmitglied und seine Kollegen sehr genau mit dem Thema beschäftigen, davon ist auszugehen.

Der Zusammenschluss hätte als Summe nämlich einen Energieversorger aus zwei LEW-Konkurrenten zur Folge: Den Stadtwerken in Augsburg und Erdgas Schwaben, das mit den LEW bisher nur in Sachen Gas im Wettstreit war. Das neue Unternehmen würde - so die Fusion denn umgesetzt würde - ein schwabenweiter Rivale mit regionalem Hintergrund beim Strom sein.

Andererseits könnte die LEW auch von der Fusions-Debatte profitieren. Fusionsgegner gehen davon aus, dass Stadtwerke-Kunden höhere Tarife aufgrund eines Strom-Patriotismus akzeptieren, um so den kommunalen Anbieter zu stärken. Sollte der Stadtwerke-Zusammenschluss Thüga, der rund 65 Prozent an Erdgas-Schwaben hält, nun Einfluss auf die swa bekommen, könnte dieser Bonus wegfallen - und Kunden abwandern. Hier könnte eine Chance der LEW liegen.

Die beschäftigen sich zudem mit dem Thema Energiewende. "Bis zum Jahr 2022 fehlen 5000 Megawatt an gesicherter Leistung", sagt Liphter und verweist auf die Stilllegung der Atomkraftwerke. Erneuerbare Energien könnten nur bedingt weiterhelfen, denn es werde Tage ohne Sonne oder Wind geben.

"Daher sind wir auf den Ausbau von Stromnetzen angewiesen." Also auch auf die umstrittenen Trassen, die Strom aus dem Osten und Norden der Republik nach Bayern bringen. Gerade würde etwa geprüft, ob diese auch unterirdisch verlaufen könnten. Gebraucht werden sie laut Liphter unbedingt. Sonst setze man die Versorgungssicherheit aufs Spiel und gefährde Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe, mahnt er. Dazu trage auch bei, dass der Strom nicht nur für Haushalte sondern auch Unternehmen teurer würde.

Der Energiedialog sei ein wichtiger Schritt gewesen, den Menschen das Thema nahe zu bringen. "Herausgekommen ist dabei allerdings zu wenig. Es fehlen konkrete Ergebnisse und Entscheidungen und somit Klarheit für Unternehmen", moniert Liphter, der selbst in einer Arbeitsgruppe vertreten war.

Finanziell hat die LEW derzeit keine Sorgen. Zwar ist der Umsatz 2014 geringfügig gesunken, jedoch investierte man mit 94 Millionen Euro den höchsten Betrag der Unternehmensgeschichte, den Löwenanteil davon für die Erweiterung und Instandhaltung des Netzes. Das transportierte im Vorjahr 788 Millionen Kilowattstunden Gas und 13,4 Milliarden Kilowattstunden Strom durch Schwaben.
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