"Lesensart": Mit luftigem Konzept zum Weltbild-Deal

Weltbild wird "Lesensart": Zumindest bei 70 Filialen wird das wohl bald der Fall sein. Auch wenn Käufer Rüdiger Wenk weiter Rätsel aufgibt. Foto: Tabitha Aßner

Mit einem 13-Punkte-Plan soll der designierte Weltbild-Käufer Rüdiger Wenk sich den Erwerb der Weltbild-Läden gesichert haben. Ein Konzept auf zwei DIN-A4-Seiten für 70 Filialen mit 400 Mitarbeitern. Letztere sehen den Kauf zwiegespalten.

Zwei DIN-A4-Seiten. Luftig beschrieben mit 13 Punkten. So soll das Konzept aussehen, mit dem sich Rüdiger Wenk, der Geschäftsführer von der weiter rätselhaften Buchhandelskette "Lesensart", die 70 Weltbild-Filialen gesichert hat. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag.

"Hochwertige Buchhandlungen" wolle Wenk demnach schaffen, ohne Gemischtwaren-Sortiment. Dabei sollen die Filialen vom Warenangebot bis zur Schaufenstergestaltung selbstständig sein, ihr Sortiment regional ausrichten können. 80 Prozent des Umsatzes wolle Wenk mit Büchern machen, die im Laden zwar nicht vorrätig, aber bis zum nächsten Tag bestellbar sind. Ein "Himmelfahrtskommando" zitiert die "Süddeutsche Zeitung" einen Mitarbeiter mit Einblick.

Dazu trägt die Tatsache bei, dass "Lesensart" mit lediglich 25.000 Euro Stammkapital im Handelsregister eingetragen ist. Die Weltbild-Filialen habe Wenk dem Bericht zufolge aber zum Schnäppchenpreis erhalten und lediglich den Einkaufspreis aller Waren an Weltbild bezahlt.

Die 400 Mitarbeiter der Filialen, die laut Weltbild von "Lesensart" übernommen werden, reagieren indes mit gemischten Gefühlen auf den Verkauf. "Viele sind verunsichert aufgrund der Ungewissheit, andere wiederum sehen eine Perspektive für ihre Filiale, mit einem neuen Erwerber einen Neustart zu beginnen", erklärte Gesamtbetriebsratsvorsitzende Julia Käding dem "börsenblatt".

Weltbild hatte vergangenen Freitag den Verkauf von fast der Hälfte seiner Filialen angekündigt. Dem Deal müssen allerdings noch der Gläubiger-Beirat und der Gesamtbetriebsrat zustimmen.
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