Lex: "Wir wollen in die Top 10"

Lex, so nennen alle den Frontsänger der Band Megaherz. Vor dem Release des neuen Albums sprach er mit uns über die Entstehung von "Zombieland", das Ziel Top 10 der Charts und das Kreisen des Geiers um die Beute.

Der Augsburger Alexander Wohnhaas, von allen nur "Lex" gerufen, ist der Frontsänger der Band Megaherz. Lex schreibt unter anderem auch die Song-Texte für die Platten der Band, die neben Rammstein und Oomph als Mitbegründer der Neuen Deutschen Härte gilt. Mit dem neuen Album "Zombieland" peilt die Band die Top 10 der deutschen Charts an.

StadtZeitung: Wann erscheint euer nächstes Album?
Lex: Am 24. Oktober erscheint unser neues Album "Zombieland".

StaZ: Zwischen "Zombieland" und eurem letzten Album "Götterdämmerung" liegen fast zwei Jahre. Wie erklärt sich diese lange Spanne?
Lex: Wir hatten all unsere Ideen und Energie in das Vorgänger-Album gesteckt, daher dauerte es eine Weile, bis wir wieder neue Ideen hatten. Außerdem ging es ja direkt nach Veröffentlichung des Albums auf Tour, so dass wir gar nicht die Zeit hatten gleich das nächste Album zu produzieren.

StaZ: Wie merkt ihr dann, dass es wieder Zeit ist für ein neues Album?
Lex: Christian Bystron, unser Komponist, Produzent und Gitarrist in einer Person, schließt sich irgendwann monatelang in unser eigenes Studio ein und komponiert den Soundtrack für das nächste Album. Zu diesen Soundtracks schreibe ich dann die passenden Texte und Refrains.

StaZ: Haben die anderen in der Band nichts zu sagen?
Lex: Bystron ist unser musikalisches Mastermind und ich schreibe die Texte, aber es wird dann innerhalb der Band alles diskutiert und zwar so lange, bis es passt.

StaZ: Wie gehst Du an das Texten heran?
Lex: Dafür gibt es keinen Masterplan. Manche Songtexte zu Themen, die mir nahegehen, schreibe ich in einer Nacht. Für andere brauche ich ein halbes Jahr. Die werden immer wieder liegengelassen, bis man eine neue Idee hat, dann neu aufgegriffen, wieder verworfen und überarbeitet - bis es passt. Ein perfekter Text ist wie das Kreisen eines Geiers um die Beute. Die Kreise werden immer enger, bis zur Landung am Ziel.

StaZ: Woher kommen die Ideen für Deine Texte?
Lex: Ich suche mir ein Thema aus, zu dem ich eine Meinung habe. Daraus entwickle ich dann meine Botschaft. Inspiration ziehe ich aus allem - Musik, Literatur, Filme und aus dem Leben. Als ich die Serie "The Walking Dead" geschaut habe, kam mir die Idee zu dem Song "Zombieland".

StaZ: Was ist die Botschaft dieses Songs?
Lex: Wenn ich unsere Gesellschaft betrachte, empfinde ich diese immer mehr als ferngesteuert durch die Medien. Die Menschen werden dazu erzogen, nicht mehr eigenständig zu denken. Sie sind dann nur noch funktionierende ,Mensch-Einheiten' - Zombies eben.

StaZ: Wenn ihr den Soundtrack und die Texte habt, wie geht es dann weiter?
Lex: Es gibt kein, wir machen erst alle Texte und Lieder fertig und gehen dann in das Studio. Das findet alles parallel statt. Sobald ein Text, eine Textpassage oder ein Soundabschnitt erstellt ist, geht es gleich in das eigene Soundstudio - diese Songwriting-Phase dauerte in etwa ein Jahr. Wenn alle Lieder in der Rohfassung stehen, wird das Album noch mal komplett aufgenommen. Dabei betreiben wir dann Feintuning am Sound. Das dauert noch einmal drei bis vier Monate, da der Christian Bystron ein Perfektionist bei der Soundarbeit ist. Danach produziert und mastert er das Album im bandeigenen Studio - dann ist die neue Platte fertig.

StaZ: Wie viele Stunden verbringt ihr in dieser Phase täglich im Studio?
Lex: Circa zwölf Stunden jeden Tag. Mal weniger, oft aber auch mehr.

StaZ: Was passiert jetzt noch bis zum Release-Termin?
Lex: Wir fahren jetzt noch zum Videodreh nach Berlin. Dort entsteht unter Anleitung eines erfahrenen Regisseurs in einem verfallenem Heilanstalt aus dem 19. Jahrhundert, der Film zum Album.

StaZ: Glaubst Du, dass ihr mit dem neuen Album an den Erfolg des letzten Albums anknüpfen könnt, Platz 19 der deutschen Charts und mehr als 20.000 verkaufte Platten?
Lex: Auf jeden Fall. Das neue Album ist das facettenreichste, das wir je gemacht haben. Wir haben uns melodisch weiterentwickelt. Nach Platz 19 des letzten Albums wollen wir dieses Mal die Top 10 erreichen.

StaZ: Inwiefern weiterentwickelt?
Lex: Wir verbinden die düsteren Rockelemente, die unsere Wurzeln ausmachen, mit dem hymnischen Neuen. So konnte ich dieses Mal die gesamte Bandbreite meiner Stimme einbringen.

StaZ: Wie stehen eure Fans zu diesen Veränderungen?
Lex: Das Feedback unserer Fans auf Facebook lässt sich nur mit euphorisch beschreiben. Sie konnten ja bisher nur in zwei Songs reinschnuppern - aber dabei haben sie Blut geleckt und können den Erscheinungstermin des neuen Albums und den Start der Tournee kaum mehr abwarten.

StaZ: Apropos neue Tour. Wann habt ihr einen Auftritt in unserer Region?
Lex: Am Freitag, 24. Oktober, 20 Uhr, sind wir im Backstage in München. Die anderen Termine zu unserer Tour gibt es unter www.megaherz.de.

StaZ: Welchen Einfluss auf den Erfolg des Albums hat die Plattenfirma?
Lex: Einen entscheidenden. Die Plattenfirmen sind Teil des Geschäfts. Wir sind in der glücklichen Lage, dass unser Plattenlabel Napalm Records an uns glaubt und uns so unterstützt. Die Plattenfirma übernimmt die ganze Promotion und organisiert unsere Tour.
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