Manager der Plagegeister - Augsburg hält Tauben unter Kontrolle

Vogeltränke im wahrsten Sinne: Tauben sind in vielen großen Städten ein Problem, in Augsburg sieht man sie – wie dieses Exemplar am Merkurbrunnen – vergleichsweise selten. Das Taubenmanagement hält die Population niedrig. (Foto: David Libossek)

Während in München mittlerweile auf Tauben geschossen wird, bleibt Augsburg weitestgehend von den Vögeln verschont. Das liegt vor allem am Taubenmanagement des Tierschutzvereins. Er hat auch das Problem am Schwabencenter gelöst.

Tauben zählen zu den ersten Haustieren des Menschen. Sie sind ein Symbol für Liebe und Frieden. In Deutschland gibt es bereits 260 verschiedene Taubenarten. Doch vielerorts stellen die Tauben für die Menschen eine Belastung dar. In München sprechen manche von 40 000 Tauben, jede davon hinterlässt zwölf Kilogramm Kot pro Jahr. Aber ist die Taubensituation in Augsburg ebenfalls bedenklich oder hat die Stadt alles im Griff? Der Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Martin Trapp, betont, es gebe keinesfalls ein Taubenproblem in Augsburg. Dies sei für eine Großstadt ausgesprochen erstaunlich. Erst recht, weil Augsburg im Gegensatz zu München keine Schädlingsbekämpfungsmittel gegen die Vögel einsetzt.

Taubenmanagement des Tierschutzes

Diese Maßnahme ist deswegen nicht nötig, weil der Tierschutzverein Augsburg seit den 90er Jahren mit einem sogenannten Taubenmanagement tätig geworden ist. In Augsburg gibt es zwölf Taubenschläge, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut werden. Ein Taubenhaus findet sich beispielsweise in Göggingen, nahgelegen der Kulperhütte. Das Taubenmanagement sieht eine Regulierung der Geburten, durch den Austausch von Eiern mit Attrappen vor. Das ist ein weiterer Grund, warum die Tauben in Augsburg noch kein Problem geworden sind.

Menschen sind oftmals verantwortlich

Zu ernsthaften Problemen mit den Tieren kommt es erst, wenn Menschen anfangen, die Tauben zu füttern. „So kam es auch zu einer Beschwerde in der Friedbergerstraße am Schwabencenter“, berichtet Trapp, „wo Leute unvernünftig sind und Tiere gefüttert werden, dort entstehen Taubenprobleme.“ Dies sei auch am Jakobertor der Fall, dort füttern die Passanten zwar nicht die Tauben, dafür aber die Enten des angrenzenden Bachs mit Brot. Aber vor allem am Schwabencenter, wie Martin Trapp anmerkt, bestand jahrelang eine Taubenplage. Die Stadt löste dieses Problem aber Anfang des Jahres mit einem Taubenturm.

Taubenkot gesundheitsgefährdend?

Der Aspekt, weswegen sich die meisten Bürger über Tauben aufregen, ist der Kot, den sie hinterlassen und vor allem wo sie ihn hinterlassen. In diesem Zusammenhang stellt sich oft die Frage, ob Taubenkot wirklich gebäude- oder gar gesundheitsschädigend sei? „Einen Fall, der gesundheitliche Probleme verursacht hätte, gab es bisher nicht“, so der Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz. Jedoch wäre es empfehlenswert allgemein vorsichtig zu sein, da es sich um Wildtiere handele. Was die Hinterlassenschaften an Gebäuden angeht, kann der ätzende Taubenkot durchaus Schäden an historischen Bauten hinterlassen. Ganz abgesehen vom optischen Effekt. (sf)
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Katharina Wieser aus Augsburg - Haunstetten | 08.07.2017 | 21:34  
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