Marktschwärmer in Augsburg: Der Wochenmarkt hat nun einen neuen Standort

Das AKTI:F Café ist nun der Standort der Marktschwärmerei Augsburg. (Foto: Svenja Fischer)
 
Gastgeberin der Augsburger Marktschwärmerei Susanne Brückner. (Foto: Svenja Fischer)

Regionale Lebensmittel im Internet auswählen, bestellen und bezahlen und dann vor Ort direkt beim Erzeuger abholen. Das ist die Idee des Marktschwärmerei-Wochenmarkts. Dieser besteht seit Anfang Mai in Augsburg, seit Mittwoch, den 14. Juni, in neuen Räumen.

Regionale Produkte per Online-Direktvermarktung

Der Wochenmarkt der Marktschwärmer findet jeden Mittwoch von 17.30 bis 19 Uhr statt. Dabei besteht zwischen Konsumenten und Erzeugern der Region eine direkte Verbindung. Die Verbraucher bestellen vorab im Internet und können ihre „Schwärmerei“ dann vor Ort abholen. Das ist ein großer Vorteil für beide Seiten, da nur die Lebensmittel transportiert werden, die benötigt werden.
Außerdem vermeiden die Manufakturen unnötige Kühl- und Transportkosten und die Verschwendung verderblicher Ware. Ein Nachteil dagegen ist, dass spontane Kunden vor Ort nichts einkaufen können. Interessierte sind aber eingeladen, kleine Kostproben zu nehmen und beim nächsten Mal dabei zu sein, sagt die Gastgeberin.
Die Idee der Online-Direktvermarktung stammt ursprünglich aus Frankreich, dort bekannt unter dem Namen „La Ruche Qui Dit Oui“ (Der Bienenkorb, der Ja sagt). Seit Herbst 2014 gibt es das Konzept auch in Deutschland.

Neuer Standort der Marktschwärmerei

In Augsburg war anfangs die Altstadtbuchbinderei in der Schmiedgasse der Standort der Marktschwärmer. Dieser war jedoch nicht wettersicher, außerdem herrschte gewisser Platzmangel für die Erzeuger. Das AKTI:F Café in der Klinkertorstraße stellt den neuen Standort dar, „die neuen Örtlichkeiten bieten mehr Möglichkeiten des Austauschs, da jeder Erzeuger über seinen eigenen Verkaufstisch verfügt“, erzählt die Gastgeberin Susanne Brückner. Die Besitzer des AKTI:F Cafés, Melanie Kloep, Jürgen Schweiger und Ludwig Kasper, sind begeistert von dem Konzept. „Wir waren schon längere Zeit auf der Suche nach einem Netzwerk“, das hätten sie jetzt in den Marktschwärmern gefunden.
Die Atmosphäre im AKTI:F Café ist entspannt, es herrscht ein angenehmer Geräuschpegel, der durch den regen Austausch zwischen Kunde und Erzeuger entsteht. Die Augsburger Marktschwärmerei findet bereits großen Anklang bei den Kunden, „bei zwischen 40 und 70 Bestellungen spricht man von einem Erfolg, wir hatten heute 50“, berichtet Susanne Brückner. „Ich kaufe hier nur Käse und Eier, da ich im eigenen Garten Gemüse anbaue“, lässt eine Kundin verlauten. Sie gibt sich begeistert, da hier regionale Anbieter verkaufen.

Die Erzeuger sind begeistert

Auch die Erzeuger geben positive Rückmeldungen. Im Normalfall erhalten die Erzeuger von den Supermärkten 20 bis 25 Prozent der Einnahmen, beim Wochenmarkt von Susanne Brückner erhalten sie 83,3 Prozent. Nicht nur das ist ein großer Gewinn für die Erzeuger, sondern auch die Akzeptanz, dass manche Lebensmittel nur saisonal erhältlich sind. „Es gibt nicht immer alles, wenn etwas ausverkauft ist, ist das so“, erklärt Monika Sieber vom Sieberhof in Inchenhofen. Die Familie Sieber hält Freilandschweine, die nicht jede Woche geschlachtet werden. Auch zwischenmenschliches Zusammentreffen macht den Markt interessant. Karl Höger, der Kartoffeln, Gemüse, Obst und Blumen anbietet, freut sich über seine älteste Kundin, „sogar eine 70-Jährige ist begeistert von der Online-Direktvermarktung“, erzählt er.

Bald soll die Produktpalette eine Kaffeerösterei und Olivenöl bereichern. Allerdings sollen diese Produkte nicht jedes Mal erhältlich sein, da der Verbraucher bestimmte Lebensmittel nicht jede Woche benötigt, berichtet Susanne Brückner.

Informationen zum Markt gibt es im Internet unter www.marktschwaermer.de.
1
5
Diesen Autoren gefällt das:
2 Kommentare
214
Simon Kriener aus Augsburg - City | 19.06.2017 | 15:47  
999
Erika Buschdorf aus Neusäß | 19.06.2017 | 22:51  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.