Mehr Einzelhandel, weniger Parkflächen

Seit Jahren liegt das 1971 erbaute Schwabencenter an der Friedberger Straße im Dornröschenschlaf. Trotz einiger Anstrengungen, das Center attraktiver zu machen, bleibt der große Erfolg nach wie vor aus. Leerstände, wechselnde Mieter und Geschäfte fast ausschließlich im Billigpreissegment prägen den Gesamteindruck.

Dabei hat das Einkaufszentrum eigentlich etwas, das bei Immobilien wichtig ist: Eine perfekte Lage. Baulich entspricht es allerdings nicht mehr den heutigen Anforderungen des Einzelhandels. Der Eigentümer, die Nanz-Gruppe, plant daher eine Komplettsanierung, die 2016 umgesetzt werden soll. Die drei Hochhäuser mit Eigentumswohnungen und das Einkaufscenter des Gebäudekomplex gehören allerdings unterschiedlichen Eigentümern. Daher geht es zunächst ausschließlich um das Einkaufscenter, wobei die Sanierung sicherlich auch positive Auswirkungen auf die Wohnungen haben wird. Die Nanz-Gruppe möchte daher die Eigentümer und Mieter bei der Sanierung mit ins Boot holen.

Zusammen mit einem Berliner Projektentwickler sind neue Einkaufsflächen geplant. Dafür wird ein Parkdeck geopfert, also insgesamt mehr Einzelhandel im Erdgeschoss und dafür weniger Parkflächen. Diese sind im unteren Bereich in Form von Tiefgaragenplätzen geplant. Wünschenswert wäre dann auch eine direkte Zufahrt von der Friedberger Straße zum Center.

Ob es Sortimentsbeschränkungen geben wird, soll ein Gutachten zeigen. Laut des Vertreters der Eigentümer, Florian Nanz, sollen vor allem Fachmärkte zum Beispiel aus den Bereichen Sport und Baby sowie kleinere Einzelhändler angesiedelt werden. Allerdings sieht er das neue Schwabencenter nicht als Konkurrenz zur City-Galerie.

In der letzten Sitzung des Bauausschusses vor der Sommerpause kamen die Sanierungsüberlegungen erstmals zur Diskussion. Cemal Bozoglu (Grüne) und Volker Schafitel (Freie Wähler) sprachen sich gegen eine Erweiterung aus. Sie wäre schädlich für die Gesamtentwicklung des Handels. Die Mehrheit der Stadträte war allerdings dafür, da das Schwabencenter als "ausgewiesenes Stadtteilzentrum" laut Baureferent Gerd Merkle (CSU) eingestuft werde.

Als nächster Schritt soll nun ein Gutachten herausfinden, wie sich die geplanten Fachmärkte in das städtische Einzelhandelskonzept integrieren lassen.
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