Mehr Touristen in Augsburg Dank der Euro-Krise

Fantastische Aussichten: Auch dieser herrliche Blick vom Perlachturm lockt viele Besucher nach Augsburg. Foto: Archiv/Libossek

Die Fuggerstadt ist so beliebt wie selten zuvor. Grund dafür ist laut der Regio Tourismus GmbH der schwache Euro und der starke Schweizer-Franken. Die Zahl der Übernachtungsgäste ist im vergangenen Jahr um 14,8 Prozent angestiegen. Diese erfreuliche Bilanz hat Tourismusdirektor Götz Beck von der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin mitgebracht.

"Die Schweiz war für uns schon immer ein attraktiver Markt", erklärt Tourismusdirektor Götz Beck. Grund für die vielen Gäste aus dem Land der Berge sind seiner Ansicht nach nicht nur die Euro-Krise, sondern auch das gezielte Werben, das seit mehreren Jahren aktiv betrieben wird. Und das zahlt sich jetzt für Augsburg aus. Denn das zahlungskräftige Publikum aus der Schweiz ist vor allem in der Gastronomie gerngesehen, da hier für die Servicekräfte schon mal ein saftiges Trinkgeld rausspringt.

Ein Selbstläufer sei der Schweizer Markt jedoch mitnichten, sagt Beck: Heidelberg schaffte 2014 nur ein Plus von 4,8 Prozent, Städte wie Wiesbaden (minus 4,8 Prozent) oder Münster (minus 8,4 Prozent) mussten sogar jeweils heftige Verluste hinnehmen. Viel mehr Schweizer Gäste als in Augsburg "landen" in Städten der "Historic Highlights of Germany" (HHoG) nur in Freiburg - aber das erklärt ein einziger Blick auf die Landkarte.

Augsburgs Beliebtheit ist allerdings nicht allein auf die Touristen aus der Schweiz zurückzuführen. Die Augsburger Zuwächse im Jahr 2014 sind nämlich erheblich: Mit einem satten Plus von 7,0 Prozent bei den Gästeankünften (436 112 Gäste wurden 2014 registriert) sowie von 3,9 Prozent bei den Übernachtungen (745 962 übers Jahr 2014) liegt die Fuggerstadt deutlich über dem Durchschnitt bayerischer oder gar schwäbischer Tourismuszahlen.

Während Bayern insgesamt bei den Gästeankünften wenigstens noch ein Plus von 2,7 Prozent und bei den Übernachtungen von gerade mal 1,3 Prozent verbuchen konnte, liegt der Zuwachs bei Übernachtungen im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben (bei ebenfalls 2,7 Prozent mehr Gästen) bei mageren 0,1 Prozent. Den bayernweiten Vergleich braucht Augsburg nun nicht mehr zu scheuen. Den 7,0 Prozent Plus bei den Gästen und 3,9 Prozent Plus bei den Übernachtungen in Augsburg stehen zum Beispiel die Zahlen vergleichbarer Städte (plus 2,1 bis 2,9 Prozent bei den Ankünften beziehungsweise plus 2,0 bis 3,7 Prozent bei den Übernachtungen) gegenüber.

Das ist besonders erfreulich, weil das Amt für Statistik und Stadterhebung noch im Dezember veröffentlicht hat, dass Augsburg im Jahr 2013 im Vergleich mit anderen bayerischen Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern den vorletzten Rang belegte. Dennoch sind seit 2009 die Zahlen der Gästeankünfte kontinuierlich gestiegen. Durchschnittlich bleiben Touristen ein bis zwei Nächte in Augsburg und kommen aus Deutschland. Doch die Anzahl der Gäste aus dem Ausland nimmt stetig zu. Das hat nun Tourismuschef Beck in Berlin ebenfalls bestätigt bekommen. 2013 kamen mehr als drei Viertel der ausländischen Touristen aus Italien. Doch Österreich und die Schweiz holen immer mehr auf. Ganz zu schweigen von den asiatischen Ländern. Fast 10 000 Gäste kamen 2013 nach Augsburg. Das sind etwa 4000 Touristen aus Japan und China mehr, die es in die Fuggerstadt zieht.

Die guten Zahlen schließen sich an die positive Bilanz der Industrie- und Handelskammer (IHK) aus dem vergangenen Herbst an. Gerade der Sommer war, trotz des mäßigen Wetters, für die meisten Betriebe im Hotel und Gastgewerbe gut. Dieser positive Trend setzt sich auch bei den Gästeankünften fort. Seit 2009 verzeichnet Augsburg hier einen Zuwachs.

Besonders beliebt bei den Gästen aus dem In- und Ausland sind der Zoo und der botanische Garten und natürlich die Fuggerei und die Augsburger Puppenkiste. Doch auch die Sportvereine haben zur Bekanntheit Augsburgs beigetragen. Besonders der FC Augsburg lockt, seit er in der ersten Fußballbundesliga spielt, viele Zuschauer - nicht nur ins Stadion. Mehr als 516 000 Fans kamen allein 2013 in die Fußballarena. Aber auch die Augsburger Panther haben eine hohe Anziehungskraft. Jährlich besuchen etwa 100 000 Eishockey-Fans das Eisstadion.

Gründe genug also für Tourismusdirektor Beck, positiv nach vorn zu blicken. Denn die neu gestaltete Innenstadt wird für viele Besucher ein weiterer Grund sein, in Augsburg zu verweilen.
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