Menschlich eigenartig

Überbringer guter Nachrichten: Das Ensemble „theter“ mit (von links) Verena Gawert, Mario Passow, Lieselotte Fischer, Berna Celebi, Lisanne Eisele, Julia Just und Jonas Graber. (Foto: Franziska Gumpp)

Zwei Jahre war das Theaterkollektiv „theter“ hauptsächlich an Aktionen der Kulturinitiative „Bring your own Elephant“ beteiligt. In dieser Spielzeit bringt das junge Ensemble um Gründungsmitglied und Leiter des Theaterkollektivs Leif Eric Young am 6. Dezember seine erste Premiere auf die Bühne.



Young ist ambitioniert: Neben drei geplanten Inszenierungen bietet das „theter“ in dieser Spielzeit auch Workshoparbeit, Kunstflash und Kulturguerilla. „Das ,theter’ ist ein Kollektiv junger Theatermacher. In Eigenarbeit widmen wir uns seit 2009 künstlerischen und kulturellen Prozessen“, erläutert Young.

Und auch das Ensemble hat viele Ideen, diese Spielzeit zu gestalten. „Der Reiz für mich sind vor allem die verschiedenen Facetten, die man hier geboten bekommt. Theater spielen und Singen sowie etwas im Kulturbereich zu verändern, bis hin Menschen zu treffen, die einen unterstützen und prägen, so Lieselotte Fischer. Die 17-Jährige spielt schon seit längerer Zeit in verschiedenen Theatergruppen und ist in dieser Spielzeit fester Bestandteil des Ensembles.

Auch die Umbruchstimmung der Augsburger Kulturszene bewog einige dazu, sich im „theter“ zu engagieren, sagt das Ensemblemitglied Amelie Seeger. Sie habe vor allem nach einer Möglichkeit gesucht, „ein bisschen auf der Bühne zu stehen, ein bisschen hinter der Bühne zu arbeiten und sich in Augsburgs Kulturszene ein wenig umzuschauen. Und gerade im Moment mit dem Thema Theatersanierung bin ich froh, da ein bisschen aktiver zu sein und auch mit anderen Leuten an der Gestaltung der Kulturszene zu arbeiten“, erklärt Seeger.

Mario Passow hat einige Jahre im Jugendclub des Stadttheaters gespielt. Besonders das vielfältige Programm sei es, das ihm nun im „theter“ gefalle, sagt er. „Wir arbeiten nicht nur auf eine Produktion hin, sondern finden ständig Beschäftigungen und bringen Frische und Spontanität in die Stadt“, erklärt Passow.
Nun meldet sich das „theter“ zurück und präsentiert am 6. Dezember seine erste Produktion der Spielzeit im City Club in Augsburg. Die zwölf Darsteller bringen mit „Gute Nachrichten“ ein literarisch-musikalisches Erlebnis mit Texten aus allen Epochen auf die Bühne. Aber auch zeitgenössische Songwriter und Texter erzählen an diesem Abend einen Abriss der menschlichen Eigentümlichkeiten.

Ines Flögel, die für „Gute Nachrichten“ die Dramaturgie übernimmt, sammelte mit Young die Texte der Ensemblemitglieder. „Jeder Schauspieler durfte thematisch passende Texte einbringen. Unsere Aufgabe war es dann, die Texte zu sortieren, zu kürzen und einen roten Faden zu finden, der all die Gedanken am Ende zu einem runden Gesamtbild zusammenfügt“, erklärt Flögel.

Im Laufe der Probenarbeiten hätten sich dann Verbindungen zwischen den Texten aufgetan, die man nicht vermutetet hätte, erklärt die Dramaturgin und stellvertretende Leiterin des „theter“.

Seeger erzählt, dass sie lange nach passenden Texten suchte. Schließlich sei der gemeinsame Nenner aller Texte immer der Mensch mit seinen komischen Eigenarten gewesen, so die 20-Jährige. Am Ende darf sich der Zuschauer nun auf ein spannendes und unterhaltsames „Mash-Up“ an Texten, Songs und Gedanken rund um den Menschen freuen.

„Gute Nachrichten“ wird am 6., 18., 19. und 20. Dezember im City Club aufgeführt. Karten können auf der Homepage unter www.theter.de/karten reserviert werden.

Verena Gawert
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