Muslim-Gemeinde baut neue Moschee in Bobingen

Weil ihre derzeitige Begegnungsstätte in Bobingen sehr beengt und die Parkplatz-Situation schwierig ist, will die muslimische Gemeinde ein größeres Kulturzentrum errichten. Die neue Moschee samt Minarett entsteht nahe des derzeitigen Standortes im Industriegebiet an der Max-Fischer-Straße gegenüber der ehemaligen Hoechst-Kantine.

Antragstellerin ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Diyanet Isleri Türk Islam Birligi). Vor vielen Jahren war der Wunsch noch ein Politikum und zog die bundesdeutsche Aufmerksamkeit auf Bobingen, heute ist der Bau ein Zeichen für gelungene Integration.

Das neue Kulturzentrum liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 38, der unter anderem auch Anlagen für kirchliche und kulturelle Zwecke zulässt. Das Vorhaben befindet sich in jenem Teil des Bebauungsplanes, der zwischen 22 und 6 Uhr morgens eine völlige Betriebsruhe vorschreibt. Falls der Versammlungsraum also etwa für nächtliche Hochzeitsfeiern genutzt wird, ist laut Stadtverwaltung eine Befreiung notwendig, die wiederum ein schalltechnisches Gutachten erfordert.

Die zweigeschossige Moschee soll eine Wandhöhe von etwa 7,10 Meter haben und eine flache Kuppel tragen. Daneben ist ein freistehendes Minarett mit eckigem Grundriss und abgeschrägter Spitze geplant; es wird mit 18 Metern Höhe um zwei Meter niedriger sein als baurechtlich möglich ist. Laut des genehmigten Bauplans hat es keinen Aufgang, keinen Balkon und keine Lautsprecher. Der Neubau mit einer Grundfläche von 720 Quadratmetern soll neben Gebetsräumen eine Wohnung, einen Versammlungssaal, einen Mehrzweckraum, Büro, Café sowie sanitäre Einrichtungen enthalten.

Im Erdgeschoss soll der Bereich der Moschee 230 Quadratmeter haben; über ein Foyer kann der Saal mit 150 Quadratmetern erreicht werden. Dazu kommt das Café mit 35 Quadratmetern. Im Obergeschoss weist die Planungsskizze auf einer Fläche von 125 Quadratmetern Gebetsräume auf. Außerdem sollen eine Wohnung, ein Büro und Mehrzweckraum untergebracht werden. Der nördliche Bereich des Grundstücks wird als Garten gestaltet, im westlichen Teil sind Parkflächen geplant.

Die Muslimgemeinde umfasst rund 350 Mitgliedsfamilien mit insgesamt 1100 Menschen im südlichen Landkreis Augsburg. Weil es hier keine andere Moschee gibt, kommen alle Gläubigen aus den Bereichen Schwabmünchen, Lechfeld und Königsbrunn zum Gebet in Bobingen zusammen - freitags bis zu 300 Personen.
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