Nach neun Jahren zurück im Arbeitsleben

Diana Meier hat nach neun Jahren zurück ins Arbeitsleben gefunden. Ihre Geschichte gibt anderen Langzeitarbeitslosen Hoffnung. Foto: Archiv

Alleinerziehend, langzeitarbeitslos, längere Zeit krank, nicht aufgegeben und wieder einen Job gefunden: Mit diesen wenigen Worten lassen sich die vergangenen neun Jahre von Diana Meier (Name geändert) beschreiben. Seit einem Jahr hat die 40-Jährige eine Stelle als sozial-pädagogische Assistentin, zuerst 50 Prozent und nun 80 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit ist somit hoch, dass sie und ihr Sohn von ihrem Gehalt leben können und nicht mehr auf Unterstützung vom Jobcenter Augsburg Stadt angewiesen sein werden. "Ich bin stolz, wenn ich es schaffe, allein für uns beide zu sorgen. Ich bin aber auch dankbar für die Hilfe und Unterstützung. Mein Betreuer im Jobcenter hat mich bei einem Durchhänger immer wieder aufgebaut und mir Mut gemacht, denn auch ich war manchmal verzweifelt", erzählt Meier. "Ich hatte sogar überlegt, 100 Prozent zu arbeiten. Aber mein Sohn braucht mich. Ich bin ihm gleichzeitig Vater und Mutter", erzählt sie weiter.

Da sie unterschiedliche Arbeitszeiten hat, unter anderem auch am Wochenende, kann sie sich die gemeinsame Zeit mit ihm gut einteilen. "Zum Glück habe ich meine Eltern, die sich um ihn kümmern können. Mein Sohn freut sich mit mir, dass ich wieder Arbeit habe. Die Struktur, die dadurch entsteht, tut ihm gut", erzählt die 40-Jährige erleichtert.

Ihr geht es jetzt richtig gut. Das war nicht immer so. "Seit meiner Kündigung im Jahr 2005 suche ich wieder eine Arbeit. Ich bin gelernte Kinderpflegerin, habe aber immer nur Absagen erhalten. Aber ich wollte nicht aufgeben. Habe deshalb auch 1-Euro-Jobs angenommen und mich mit Hilfe des Jobcenters weitergebildet, damit ich mit meinem Wissen immer auf dem neuesten Stand bin. Außerdem habe ich allen Freunden, Verwandten, Bekannten erzählt, dass ich auf Stellensuche bin." So ist Meier schließlich auch an ihre jetzige Stelle in einem psychiatrischen Wohnheim gekommen. "Eine Freundin hat mir erzählt, dass dort jemand gesucht wird. Die Stelle war noch gar nicht ausgeschrieben. Sofort habe ich mich beworben und mir erst einmal wieder eine Absage eingehandelt. Doch ich habe nicht locker gelassen und schließlich hat es geklappt. Am Anfang haben mir die 50 Prozent gereicht da ich nicht wusste, wie es mir gesundheitlich geht. Aber mir geht es gut und daher konnte ich mehr Stunden arbeiten."

Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, plädiert anhand dieses Beispiels dafür, Menschen, die lange ohne Arbeit sind, eine Chance zu geben. "Wie an Frau Meier zu sehen ist, muss der Bezug von Hartz-IV-Leistungen nicht bedeuten, dass dies für immer so sein muss. Natürlich kann es länger dauern, bis manche Menschen wieder einen Job finden. Gerade Alleinerziehende, Ältere, Kranke haben es auf dem Arbeitsmarkt schwer. Aber sie haben genauso eine Chance verdient. Natürlich ist es wichtig, nicht aufzugeben und an seine Chance zu glauben, so wie Diana Meier."

"Ich war mir sicher, dass ich eines Tages für meinen Einsatz belohnt werde. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es nicht so lange dauert. Aber nach der Trennung von meinem Mann musste ich erst einmal für meinen Sohn da sein und später hat mich eine Erkrankung ein wenig aus der Bahn geworfen. Aber nun bin ich stolz darauf, dass ich es geschafft habe", bilanziert Meier.
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