Nach Turbulenzen: Schnellere Sanierung am Klinikum

Personal- und Platzprobleme brachten das Klinikum zuletzt in Negativschlagzeilen. So musste etwa die Notaufnahme des Krankenhauses im Februar von der Leitstelle abgemeldet werden. Unter anderem soll nun der Anbau West Abhilfe schaffen. Foto: oh


Ein neues Gebäude am Klinikum Augsburg soll den Platzproblemen entgegenwirken - und das schneller als bisher geplant. Verwaltungsräte beschließen Erweiterung der Notaufnahme und Ausweichflächen für Intensivstation.

Nach den Turbulenzen um das Klinikum will die Einrichtung nun schneller als bisher geplant den Platzproblemen entgegenwirken. Das bestätigte nun ein einstimmiger Beschluss in der Verwaltungsratssitzung des Augsburger Krankenhauses. Vor dem Hintergrund des geplanten Trägerwechsels im Zuge der Umwandlung in eine Uniklinik wurde nun die Fertigstellung des Intensivzentrums bis Ende 2018 festgelegt.

Der sogenannte Anbau West wird unter anderem die künftige Intensivstation sowie die Intermediate Care (IMC) aufnehmen. Durch den Beschluss des Verwaltungsrates, die Bauabschnitte 4A und 4B zeitgleich abzuwickeln, könne die Baumaßnahme bereits im Dezember 2018 fertiggestellt werden. Das bedeute, dass die Ausweichflächen und der Erweiterungsbau parallel errichtet werden.

Bislang war geplant, die Baumaßnahmen nacheinander abzuwickeln und 2020/2021 fertigzustellen. Durch die vorgezogene Herstellung von Ausweichflächen auch für die Intensivstationen "können die knappen Intensivkapazitäten bereits bis Ende 2018 deutlich erhöht werden", so das Klinikum in einer Pressemitteilung. So stünden künftig 136 Intensiv- und IMC-Betten zur Verfügung, statt wie bisher 100 Intensiv- und IMC-Betten. Zudem werde es künftig 30 Prozent Einzelzimmer in dem Ausweichgebäude geben. Die medizinisch notwendige Anbindung dieser Interimsflächen an den Operationstrakt soll durch eine Brückenkonstruktion sichergestellt werden. "Mit dem verkürzten Bauzeitenplan werden bis 2018 36 Prozent mehr Intensivkapazitäten zur Verfügung stehen", so Alexander Schmidtke, Vorstandsvorsitzender und Vorstand Finanzen und Strategie.

Die Errichtung der Ausweichflächen wäre spätestens mit der Sanierung der vier Bettentürme des Bestandsgebäudes nötig gewesen. Das Klinikum geht davon aus, dass nun sowohl Patienten als auch Mitarbeiter weniger Lärmbelästigung zu ertragen haben. "Bis dato war die Generalsanierung zwar objektiv bis 2025 geplant, aber gefühlsmäßig eine never endig story", fasst Schmidtke zusammen.

"Ein weiterer Meilenstein" der vergangenen Verwaltungsratssitzung sei der Beschluss für einen neuen Anbau im Nordwesten des Gebäudes gewesen, der bis Ende 2017 fertiggestellt sein soll. In diesem Anbau wird die Erweiterung der Zentralen Notaufnahme mit zusätzlich neun Behandlungskabinen und 20 Betten für die Aufnahmestation untergebracht sein.

Die Erweiterung der Notaufnahme war ursprünglich im 5. Bauabschnitt geplant. Grund für die vorgezogene Baumaßnahme sei die Steigerung der Fallzahlen auf inzwischen 80 000 Notaufnahmefälle pro Jahr. "Damit werden die Kapazitäten der Notaufnahme bereits vier Jahre früher erweitert", so Schmidtke.

Die Finanzierung dieser Bauvorhaben durch Stadt und Landkreis Augsburg wird durch den Krankenhauszweckverband in einem abschließenden Vorgang noch geprüft. "Wir sind sicher, mit dem Ausweichgebäude die richtige Entscheidung getroffen zu haben", sagte nach der Verwaltungsratssitzung der Verwaltungsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Kurt Gribl. "Wir müssen im operativen Betrieb auf die angespannte Lage in der Notaufnahme reagieren." Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende, der Augsburger Landrat Martin Sailer, ergänzte: "Es gibt zu dieser Variante keine Alternative, da der Anbau West bis Ende 2018 realisiert werden muss. Die Mehrkosten werden durch eine Verbesserung der Situation in der Notaufnahme wieder eingeholt."
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