Nachwuchs im Lehmbau

Dieses Lämmlein ist gerade erst ein paar Tage alt. Fast pünktlich zu Ostern kam es zur Welt und kann ab sofort besucht werden. Foto: Lütke-Wissing

Seit 20 Jahren leistet das Kinder- und Jugendhaus in Hochzoll einen Beitrag zum Erhalt bedrohter Nutztierrassen. Vier kleine Lämmer wurden kürzlich im Lehmbau geboren.

Pünktlich zum Frühlingsanfang sind vier kleine Lämmer im Kinder- und Jugendhaus Lehmbau geboren worden. Es handelt sich um sogenannte "Skudde-Schafe", eine Landschafrasse, welche schon vor über 2000 Jahren in Nordeuropa vorkam. Aufgrund ihrer Robustheit gegen Krankheiten waren sie von jeher eine der beliebtesten Schafrassen in Europa, welche bei viel Fürsorge im Vergleich zu anderen Schafrassen sehr zahm werden können.

Anfang der 80er Jahre nahm man weltweit einen Bestand von Skudden von nur 200 Stück an. Wegen geringer Fleisch- und Wollmenge waren sie schlichtweg für die Intensivzucht uninteressant geworden. Sie zählen zu den stark gefährdeten Haustierrassen, die vom Aussterben bedroht sind. Aus diesem Grund entschied sich das Kinder- und Jugendhaus Lehmbau vor rund 15 Jahren im Rahmen seiner pädagogischen Arbeit, einen Schwerpunkt auf Tier- und Umweltschutz und insbesondere die Haltung und Erhaltung bedrohter Nutztierrassen zu legen. "Hier wird die Schöpfung und deren Bewahrung tagtäglich aktiv gelebt", so die pädagogische Leitung der Einrichtung, Stefanie Hörr.

Durch die Versorgung von "eigenen" Tieren lernen die Kinder Selbstverpflichtung und Verantwortung spielerisch kennen. Durch Mitgestaltungsmöglichkeiten bekommen sie Lust, aktiv zu werden und Aufgaben zu übernehmen. Der biologische Kreislauf wird durch die Jahreszeiten und dadurch bedingte Arbeiten elementar erlebt. Die Aussaat von Mohrrüben gehört genauso dazu wie die Heuernte, die Geburt eines Schafes genauso wie der Tod eines Hasen.

Momentan helfen jede Woche rund 20 sogenannte "Tierfreunde" im Alter zwischen zehn bis 15 Jahren im Kinder- und Jugendhaus Lehmbau bei der Versorgung und Pflege der Tiere mit. Wer selbst nicht so viel Zeit hat, aktiv im Lehmbau mitzuhelfen, kann die Arbeit der Pädagogen vor Ort in vielerlei Hinsicht unterstützen: Neben einer einfachen Geldspende gibt es die Möglichkeit zur Übernahme einer Tierpatenschaft, welche - je nach Tierart - zwischen 20 und 40 Euro jährlich beträgt oder man tritt dem Freundeskreis bei. Mehr Informationen kann man über die Internetseite der Einrichtung www.jugendhaus-lehmbau.de erfahren.

Freiwillige gesucht
Das Team des Lehmbaus sucht ab 1. September wieder Verstärkung. Möglich ist dies im Rahmen eines freiwilligen ökologischen Jahres oder als Bundesfreiwilliger. Die Freiwilligen erwartet Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren, Entwicklung, Planung und Durchführung von Ferienprojekten, Natur- und Umweltschutz inklusive Pflege und Versorgung der Tiere und Grünflächen, kleine Hausmeistertätigkeiten und Besorgungsfahrten. Ein kleines Apartment in der Einrichtung steht zur Verfügung. Die Bewerber sollten mindestens 18 Jahre alt sein und den Führerschein Klasse B besitzen. Bewerbungen können bis Freitag, 1. Mai, an das Kinder- und Jugendhaus Lehmbau, Mittenwalderstraße 31, 86163 Augsburg oder per Email an info@jugendhaus-lehmbau.de geschickt werden.
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